A Royal Affair

DT: Die Königin und der Leibarzt
OT: En kongelig affære
Genre:
Historienfilm, Drama
Darsteller:
Mads Mikkelsen, Alicia Vikander, Mikkel Boe Følsgraad
Regie:
Nikolaj Arcel
Drehbuch:
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg
Musik:
Cyrille Aufort, Gabriel Yared
Erscheinungsjahr:
2012
Länge:
128 Minuten
FSK:
ab 12 Jahren

Der Film handelt von der Dreiecksbeziehung des dänischen Königs Christian VII, seiner Frau Caroline Mathilde und dem deutschen Arzt Johann Friedrich Struensee. Es wird die Geschichte einer der berühmtesten Affären erzählt, die in der Zeit der Aufklärung spielt: Ganz Europa bordelt von den neuen Ideen, die Kant, Voltaire und Rousseau verbreiten, während Dänemark weiterhin noch als Hochburg für Absolutismus und Kirche gilt, Aberglauben ist weit verbreitet und die Bauern leben in Leibeigenschaft.
Die Geschichte ist aus der Sicht Carolines (meist in Rückbelenden) erzählt, wie sie als junges Mädchen nach Dänemark kommt und einen König vorfindet, der fast schon geisteskrank und unglaublich kindisch einzustufen ist: er findet Gefallen an Theatern und Prostituierten. Sie ist enttäuscht und nachdem sie ihre eheliche Pflicht erfüllte und ihm ein Kind gebar, zieht sie sich zurück und möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben, sie ist gefangenen in einer traurigen Welt. Unterdessen unternimmt Christian VII eine Europareise, wo ihm der Armenarzt Doktor Struensee bekannt wird, der wohl als einziger mit dem Gemütszustand seiner Majestät umgehen kann. Anfangs verhält sich Caroline recht abschätzig gegenüber von ihm, doch als sie bemerkt, dass er aufklärerische Gedanken hat, entwickelt sich eine Freundschaft, die später zu einer Liebe wird. Die König ermutigt Struensee schließlich, den Einfluss, welchen er auf Christian VII hat, politisch zu nutzen, was anfangs funktioniert, doch bald zu Verhängnis wird.

Der auf der Berlinale 2012 gezeigte Film basiert größtenteils auf Briefen und natürlich kennt man nicht exakt die Vorfälle innerhalb des Hofes, doch umso erstaunlicher ist es, wie präzise und interessant die Geschichte erzählt wird. Carolines Blickwinkel ist der eines unerfahrenen Mädchens, der einer sehr intelligenten und politisch ambitionierten Frau, die beide viel Leid ertragen müssen.
Der Film beginnt mit der Erzählerstimme Carolines, die im Sterben liegt und ihren Kinder, die sie seit Jahren nicht gesehen hat, einen Brief schreibt, in dem sie ‚ihre Geschichte‘ offenlegt.
Es ist ein sehr trauriger Film und doch spielt die Kamera mit dem kühlen Licht und die wenigen Hoffnungsvollen Momente scheinen freudig zu leuchten. Das unterstützt die grandiose, melancholische Musik von Gabriel Yared und Cyrille Aufo: viele Streicher und Bläser, die immer wieder in das Thema des Filmes zurückkommen, das jedoch ein Klavierstück ist. – ein bisschen eine Hommage an die klavierspielnde Caroline: ruhige Klänge mit einer bestimmte Gefasstheit. Das ist natürlich ein riesiger Pluspunk! Optisch besticht er durch wunderschöne Gewänder, Schlösser und Mobiliar.

Die Schauspieler leisten Höchstarbeit: es ist das Debüt von Følsgraad, aber man merkt es ihm nicht an! Er spielt Christian VII so ekelerrgend, kindisch, befremdlich, dass es einem manchmal erschaudert, doch spielt er ihn auch so, dass man nicht nur die ganze Zeit denkt: Himmel, der spinnt doch! Sonder er tut einem auch in gewisser Hinsicht Leid, nicht nur, weil er schamlos vom Hof ausgenutzt wird.
Mads Mikkelsen ist natürlich überragend und so finde ich zwar, dass eher er als Folsgraad den Bären verdient hat. Struensee ist ja kein leichter Charakter: irgendwie ist er mehr oder weniger der Held – aus moderner Sicht -, für damals jedoch nur der Sündenbock. Aber der Held ist nicht perfekt, manchmal etwas stur, manchmal fragt man sich, ob etwas von der Machtbessenenheit in ihm überschwappt. Aber das ist nur eine weitere Stärke! Menschen sind nicht perfekt und abgeschliffen und doch hat man das leider in vielen Filmen, nicht aber hier.

Man leidet und freut sich mit den Liebenden, hofft, dass es gut wird und doch weiß man, dass es nicht seien kann. Ich möchte ja nicht allzu viel spoilern, aber ich muss sagen, dass ich jedes Mal, wenn ich ihn sehe (und ich habe ihn schon einige Male gesehen, auch, wenn’s wehtut) immer mehr Details erkenne und doch jedes Mal zum Ende hin mir das Herz gebrochen wird. Es ist ja nicht so, dass man sagen kann: es ist nur ein Film. Es war wirklich so und das unterstreicht natürlich die Tragik dieses Filmes ungemein.

THE VERDICT: Es ist ein richtig gutes Ding. Ich war am Anfang beim erst sehen skeptisch, da auf der Berlinale doch recht seltsame, meist Kunstfilme laufen. Das ist keiner. „Die Königin und der Liebarzt“ ist allen voran hervorragend gemacht, lehrreich, traurig und etwas deprimierend. Ich liebe den Film sehr und gebe 10 von 10 Sternen.

Love, Katha

Bilder verwendet:
Beitragsbild

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3 Kommentare zu „A Royal Affair

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