Die Frau des Zeitreisenden

DT: Die Frau des Zeitreisenden
OT: The Timetraveler’s Wife
Genre: Romanze
Cast: Eric Bana, Rachel McAdams, Ron Livingston, Jane McLean
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Bruce Joel Rubin,Jeremy Leven, Audrey Niffeneger
Musik: Mychael Danna
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: ca. 103 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Buchadaptionen sind eine Sache für sich, manche mögen sie, andere verfluchen sie hingegen. Ich stehe in diesem Falle auf einer relativ neutralen Seite. So sah ich mir gestern das zweite Mal „Die Frau des Zeitreisenden“ an, eine bittersüße Geschichte über Liebe, Sterben und Zeit. Es ist keine typische Zeitreisenden Geschichte, es geht weniger um die Abenteuer in längst vergangenen Jahrhunderten, ganz im Gegenteil, das Reisen wird viel mehr als Last dargestellt.

Henry DeTamble leidet an einem genetischen Defekt, der ihn dazu zwingt, durch die Zeit zu reisen.Er kann sich weder aussuchen, wohin er reist, noch wann, wodurch er manchmal spontan verschwindet. Jedoch kann er dabei nie seine Kleidung behalten, so dass er sich immer welche stehlen muss. Dagegen lebt Clare Abshire ein recht normales Leben, bis sie als kleines Mädchen den nackten erwachsenen Henry trifft, dem sie ihre Picknickdecke gibt. Die Story verläuft nicht chronologisch, es geht auf und ab, mal ist der eine erwachsen, mal der andere, aber man kommt als Zuschauer nicht durcheinander.

Der Film beginnt damit, dass die erwachsene Clare Henry in einer Bücherei trifft, dieser aber noch nichts von ihr weiß, weil er sie zu dieser Zeit nicht kennt. Natürlich freut sich Clare und redet ziemlich verwirrendes Zeug vor sich hin, denn sie kann ihre Freude kaum zügeln. Für den Zuschauer wird spätestens hier klar, dass die beiden sich ineinander verlieben werden und so kommt es auch: die schöne auch sehr komplizierte Beziehung der beiden wird auf ca. 100 Minuten erzählt. Vom Verlieben, zur Einsamkeit, Streiterein und dem Wunsch nach einem Kind.

Beim Liebesfilmen gibt es eine Menge zu mäkeln, von nicht authentischen Gefühlen, maßlosen Übertreibungen, schlechter Filmmusik und kitschigen wie unglaubwürdigen Plot. Gehen wird also diese Kriterien durch:

Der Film baut sich von Zeit zu Zeit auf, man sieht die Hauptfiguren Clare (Rachel McAdams) und Henry in verschiedenen Altersstadien, die gleichzeitig aber auch verschiedene Stadien ihrer Liebe zueinander wiederspigeln. So merkt man auch, dass Clare zwischen dem jungen und dem alten Henry steht. Dabei spielt Rachel McAdams ihre Rolle so überzeugend. Die Expertin für (tragische) Liebesfilme übertrifft sich hier selbst, die Gefühle wirken unglaublich echt – die Kamera arbeitet viel damit, wie liebevoll die beiden sich ansehen und auch Eric Bana spielt hier überzeugend. Manchmal ertappt man sich beim sehen des Filmes dabei, wie man sich fast schon wünscht, auch so angesehen zu werden, wie Clare. Natürlich kann man schlecht behaupten, die Geschichte sei realistisch, aber dadurch, dass Magie enthalten ist, wird sie keineswegs schlechter. Ich habe das Buch nicht gelesen – ganz unabhängig davon versuche natürlich den Film als eigenständiges Werk zu betrachten – aber die Aussagekraft dieses Liebesfilme gefällt mir besonders – Was mir häufig bei Nicholas Sparks Verfilmungen fehlt, ist die tiefere Bedeutung, denn in „Die Frau des Zeitreisenden“ wird man sehr offen mit dem vergehen von Zeit, dem Gehen und Sterben konfrontriert, was der Liebesgeschichte ab und an ihrer Kitsch nimmt.

Henry begegnet seine verstorbenen Mutter in der Bahn und seiner noch ungeborenen Tochter Alba in der Zukunft und weiß manchmal Dinge, die er ihnen gern sagen würde, kann es aber nicht. Auch sein Vater, der noch immer um die verstorbene Mutter trauert, spielt hier eine Rolle, denn so wie sein Sohn wünscht er sich auch, dass Henry mittels des Zeitreisen den Autounfall verhindern könne.
Obwohl der zentrale Fokus hier auf der Liebesgeschichte geht, gefällt mir, dass die Werte von Zusammenhalt, Vertrauen und Liebe hervorgehoben werden, z.b. als Clare zwei Fehlgeburten erleidet. Aber die Liebe ist nicht perfekt, wem gefällt es schon 2 Woche nichts von seinem Mann mit zu bekommen und nicht zu wissen, wann er kommt, noch wann er geht.
Man weiß von Anfang an, dass die beiden sich ineinander verlieben werden und es gibt auch nicht sonderlich viel mitzufiebern, was die anbelangt. Was mir persönlich nicht gefällt [ACHTUNG SPOILER!] ist, dass sich die ganzen letzten 30 Minuten damit beschäftigen, wie er stirbt. bereits gut 40 Minuten vor Ende des Filmes (eines 100 Minütigen Films!) wird für alle, die es nicht geahnt haben, recht offensichtlich, dass er streben wird und das nervt ordentlich, nicht nur, weil es narrativ ziemlich langatmig ist, sondern weil man es sicher besser hätte lösen können. Natürlich geschieht das unabwendbare und er stirbt auf grausame Art und Weise, bloß irgendwie fehlt in diesem Teil die Spannung.

THE VERDICT: Zusammenfassend kann ich im großen und ganzen Sagen, dass es ein wirklich schöner Film mit tollen Darstellern ist, bitter und süß, tragisch aber leider etwas offensichtlich, vor allem, weil man eigentlich nach spätestens 15 Minuten den Film erahnen kann und er nach der Hälfte  (leider!) so gut wie alles enthüllt, was mir etwas den schönen Film verdorben hat. Kein Muss, aber nett. 5 von 10 Sternen

Love, Katha

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