My dear I wanted to tell you

Moinsen!

Manchmal liest man querbeet durch alle Genres, an anderen Tagen möchte man sich lieber einem bestimmten Themenbereich widmen und irgendwann gen letztem Jahr, auch durch meinen Downton Abbey Konsum verschuldet, fing ich an, immer mehr Gesellschaftsromane des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu lesen.

Autor: Louisa Young
DT: Eins wollt ich dir noch sagen
OT: My dear I wanted to tell you
Genre: Historischer Roman, Romanze
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2011
Verag: List (Ullstein)
Preis: 18€ (Gebunden)
ISBN: 978-3-471-35047-8
Länge: 432 Seiten

Erster Weltkrieg. Der junge Riley meldet sich freiwillig an der Front. Er findet sich wieder im Wahnsinn des Krieges. Nur Briefe seiner großen Liebe Nadine halten ihm am Leben. Dann wird Riley schwer verwundet und löst unter einem Vorwand die Verlobung. Nadine, am Boden zerstört, lässt sich als Lazarettschwester nach Frankreich versetzen und hofft, Riley dort zu vergessen. Es gelingt ihr nicht…“

Copyright©List by Ullstein Verlage
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Da ich Liebesgeschichten UND den 1. Weltkrieg als Themen mag, ging ich recht optimistisch heran, bereits der Prolog beginnt toll! Aus der objektiven Erzählweise wird dargestellt, wie sich die verschiedenen Charaktere am frühen Morgen des 7. Juni 1917 im Alltag wiederfinden, der durch eine Explosion unterbochen wird. „In London schrak Nadine Waveney in der Krankenstation hoch, hörte das Grollen in der Ferne und fragte sich in einem Augenblick der Verwirrung: Sind sie hier?“ [S.8] „Im Ärmelkanal änderten die Wellen ihre Richtung, widersetzten sich der Strömung und dem Wind“  „In Étaples schrak ein Wachposten mit einer so abrupten Kopfbewegung hoch, dass es ihm beinahe das Genick brach.“ [S.9] – eine ebenso interessant geschriebene Einleitung, die einen aber auch zum Weiterlesen verleitet.

Doch Louisa Young schreibt nicht nur über die Liebesgeschichte von Riley und Nadine, sondern auch von dem Ehepaar Locke, welches mir irgendwann derart unsympathisch wurde, dass ich fast aufgehört hätte, das Buch zu lesen, weil mir Ehefrau Julia derart auf den Geist ging, weil sie in ihrem eigenen Selbstmitleid versinkt und fast wie wahnsinnig erscheint! Aber es ist gleichzeitig auch das, was diesen Roman auszeichnet: er ist keinesfalls nett oder bequem, es ist viel mehr die Geschichte darüber, dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat.

Ich war sehr hin und her gerissen, denn einerseits ist der Roman sehr betrübend, andererseits sehr heftig und es kam anders, als ich erwartet hatte, denn „Eins wollt ich dir noch sagen“ ist gekennzeichnet von Schützengrabenszenen. Es ist keinesfalls eine Geschichte von übermäßigem Kitsch, sie wird dezent und doch mit schöner Sprache erzählt. „Louisa Youngs kraftvoller, eindringlicher Roman erzählt von Liebe und Erschütterung, von Wut und Empathie“, so sagt The Sunday Times. Ja, ja, es ist wohl so, aber irgendwie, trotz der so bezaubernden bitter-süßen Melanchloie, manchmal fehlte mir der Antrieb es lesen zu wollen, auch, wenn es eine recht schöne Geschichte ist, war mir dann und wann, besonders durch bestimmte Kaugummi-Längen einfach öde.

THE VERDICT: Wer sich eine all zu romantische Liebesgeschichte erhofft, wird hier fehl am Platz sein, so spiegelt der Roman das gesellschaftliche Leben eingebettet im 1. Weltkrieg relativ gut da, auch, wenn es manchmal an dieser gewissen Spannung mangelt. Ich persönlich habe das erste Viertel verschlungen, die Mitte teilweise ziemlich langatmigen teils Widerwillen gelesen und das Ende wiederum hat mich wieder in den Bann genommen. Kein perfektes Buch, aber es hat einen Liebreiz. 4,5 von 10 Sternen.

Love, Katha


„Die Liebe herrscht nicht, aber sie bildet; und das ist mehr.“ – Goethe

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3 Kommentare zu „My dear I wanted to tell you

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