Antik-Genuss im Kaffee 26

Der im Westen von Berlin liegende Bezirk Spandau wird unter Berliner häufig als „nicht Berlin“ verpönt. Dabei waren diese Menschen häufig noch nie dort – oder habe sich die Mühe gegeben, die kleinen Schätze von Spandau zu entdecken, denn eins davon ist ohne Zweifel das „Kaffee 26“.

Wo? Jüdenstraße 26, 13597
Wann? Mo-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 10-18 Uhr
Was? Kaffee, Kuchen und Antiquariat
Preise? Angemessen, moderat
Zahlen?
Webseite: kaffee26.de

Es ist ein recht unscheinbare Name für das in einer kleinen ruhigen Seitenstraße gelegene Café, welches auch von außen  nicht außergewöhnlich aussieht,  doch sobald man eintritt, offenbart sich eine nach Kaffee und Kuchen duftende Welt.  Ein kleiner Himmel für Aug‘ und Geschmack! Doch was trinke und esse ich  hier? Die Auswahl ist groß, verschiedene Röstungen – darunter auch eine sogenannte Spandauer Röstung – , welche man auch für zu Hause erwerben kann, köstliche Kuchen und von Cappuccino, über Eiskafee zu verschiedenen (auch Bio!) Teearten ist alles dabei. Die beiden Besitzerinnen des „Kaffee 26“  sind zwei Schwestern, die das Café mit ihrem Vater, POMELO_20150908100736_fasteinem Antik-Händler, liebevoll eingerichtet haben. Allerdings ändert sich die Einrichtung regelmäßig, denn die wunderbaren großen alten Sessel, Tische mit Ornamenten, Kommoden, Lampen und Stühle mit Schnitzereien kann man erwerben. Durch die großen Fenster kommt viel Licht ins Café und so wirkt es hell und ruhig, als sei man selbst in seinem eignen antiken Wohnzimmer mit einem köstlichen Getränk. Besonders gen Mittags, wenn es noch nicht voll ist, herrscht eine lauschige, angenehm ruhige Atomsphäre, für die ich das Café enorm schätze.

Wer verirrt sich in den Laden? Häufig die Einheimischen, ältere Damen und Herren, aber auch Schüler und Lehrer der anliegenden Schulen trifft man an – denn die Auswahl und die Qualität sind nicht nur hervorragend, sondern auch die Preise sehr angemessen und das Angebot jeden Cent wert!

Das Kaffee 26 ist ein wunderbarer Ort in Spandau, an dem man ruhig sein Getränk trinken und sich mit seinen Freunden  unterhalten kann. Ich treffe mich dort sehr gerne, weil es  ein eher verstecktes Juwel in dieser großen Stadt  ist und die ganzen Touristen und Hipster es ja eher nach Prenzlauer Berg und Friedrichshain treibt. Allerdings muss man sagen, dass auch diese Kaffee immer populärer wird und ich es schon häufiger erlebt habe, dass es rappelvoll war! Wie man nun lesen kann, bin ich absolut verzaubert von diesem Café – und das schon seit mehreren Jahren!

THE VERDICT: Ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Antik-Café mit leckeren Getränken und Kuchen, wo man sich einfach nur wohlfühlen kann. Ich kann jedem einen Besuch ans Herz legen! 10 von 10 Sternen.

Love, Katha

 

Geliebte Jane

OT: Becoming Jane
DT: Geliebte Jane
Cast: Anne Hathaway, James McAvoy, Julie Walters, James Cromwell, Maggie Smith
Genre: Filmbiografie
Regie: Julian Jerrold
Drehbuch: Kevin Hood, Sarah Williams
Musik: Adrian Johnston
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 0 Jahren

Basierend auf Jon Hunter Spences gleichnamigen Roman aus dem Jahr 2003.

Wer war Jane Austen, eine der bekanntesten englischsprachigen Autorinnen, hiner ihren Büchern? Wodurch wurden ihre Geschichten inspirert? Julian Jerrolds Film „Geliebte Jane“ beleuchtet Janes literarisches Werden in einem zarten Film, der so wie Austens Romane, eine  bezaubernde Liebesgeschichte erzählt.

Wunderschön, in einem angenehmen Tempo aber traurig zeigt dieser Film, dass man manchmal der Realität und der eignen Existenzsicherung ins Auge sehen muss und die Liebe leider nicht immer siegen kann – dennoch verbleibt Jane in diesem Film mit einer positiven Aussage: ihre Figuren werden glücklich.

Natürlich stellt sich die Frage: Wie viel Jane Austen ist in dieser Verfilmung  entahlten, ist es wirklich eine Biografie oder mehr ihr Leben und ihre Romane gemischt zu einer Interpretation ihrer Persönlichkeit? Nun, ich habe keine Jane Austen Biografie gelesen, aber  als ein Fan ihrer Werke kannte ic im groben ihre Biografie und erkannte im Film auch zentarle  Verlaufspunkte aus  Leben. Das sie sehr gebildet aufwuchs, wie es um ihren elterlichen Haushalt stand, das sie und ihre Schwester Cassandra nie heirateten würden, das ihre Bücher nur unter „By a lady“ publiziert wurden und das sie einen wichtigen Antrag erhielt, den sie ablehnte, wurde alles berücksichtigt.

Mir ist es gar nicht so wichtig, dass der Film haargenau Jane Austen unter die Lupe nimmt, denn ich bezweifle, dass dies der Anspruch von „Geliebte Jane“ ist. Es handelt sich schließlich um einen Spielfilm, bei dem die Emotion im Vordergrund steht, und nicht um eine Dokumentation.  Vielmehr  stellt der Film eine interessante, gut unterhaltende, etwas lehrreiche und vor allem berührende Liebesgeschichte dar  mit einem recht typischen  Konflikt um  die Liebe in einer Gesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts. Betrachtet man „Geliebte Jane“ aus dieser Perspektive, ist es ein sehr schön gemachter Kostümfilm, optisch sehr reizend (aber auch nicht zu Hollywood, es werden glücklicherweise auch die schlechten Seiten von Janes Lage dargestellt), einem angenehmen, leichten Soundtrack und zwei ganz tollen Hauptdarstellern, die eine aufkeimende, junge Liebe mit ihren Unsicherheiten und kleinen Leidenschaften hervorragend spielen und man sich ertappt, wie man sich mit verliebt.

Sowohl Anne Hathaway, die man vielleicht aus weniger his Rollen historischen kennt, wirkt so natürlich und sympathisch in ihrer Rolle, wohin James McAvoy die Rolle des Gegenpols einnimmt und die beiden in bissigen Diskussionen gemeinsam aufblühen.

Das einzige, was mich an diesem Film gestört hat, ist die Tonqualität, da der Soundtrack häufig unverhältnismäßig laut ist zu dem eigentlichen Redepart und man ständig lauter oder leiser stellen muss, damit man ein angenehmes Fernseherlebnis hat.

THE VERDICT: Ein wirklich schön gemachter, wenn auch nicht die detaillierteste und schärfste Untersuchung von Jane Austens Leben – es ist mehr Liebesfilm, als Filmbiografie, mit tollen Dialogen und viel Herz. 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Winter Faves #16/17

Moin Moin!

Nach ein paar Rezensionen wieder etwas von der privaten Front. Ich habe mir über die letzten Wochen von Dezember bis Ende Februar  die Dinge, die ich am meisten benutzt und genossen habe und ich sehr gerne empfehlen möchte, notiert und zusammengestellt. Mal wieder ist von Film, Beauty über Fashion, Lifestyle und Literatur alles dabei!

Kleines Life-Update: Ich habe den Eindruck, Uni ist gerade überall in meinem Leben. Ich versuche natürlich regelmäßig zu bloggen, aber mein lieber Scholli, ich weiß gerade nicht, wo mein Kopf steht. Irgendwann gibt’s auch dazu noch einen Post.

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1. Swiss Army Energy Bar Coconut and Guarana

Das perfekte Knabberstück, für Studenten, die vor der Klausur  (bitte nicht direkt die Nacht davor!)  nochmal richtig durchbüffeln wollen. Diese Schokolade gibt einen solchen Energie-Kick, dass ich sogar das Gefühl hatte, motivierter zu sein. Natürlich ist das überhaupt keine gesunde Lösung, aber falls man zwischendurch einem kleinen Energieschub bedarf: ein mal klein abbeißen und los geht’s.

2. Essie Apricot Cuticle Oil

Macht es wirklich einen Unterschied, Öl auf seine Nagelhaut aufzutragen? Tatsächlich ja! Besonders wenn man im Winter zu rauhen und trockenen Hände tendiert, dann ist dieses Nagelöl ein Traum. Ich benutze es nun über einen Monat und habe nicht mehr diese hässlich trockenen Krusten im meine Nägel sondern weiche Nagelhaut. Und da man auch nicht viel von dem Produkt braucht, hat man ziemlich lange etwas davon.

3. Penguin Merchandise Tasse „Great Expectations“

Ich wollte diese Tasse so lange und dufte sie an meinem Geburtstag endlich auspacken! Nicht nur ist „Große Erwartungen“ einer meiner Lieblingsklassiker, sondern bin ich einfach ein Fan von den Classics-Ausgaben des Penguin Verlags. Die Tasse ist nicht besonders groß, sondern hat eine angenehme Größe und der Henkel fasst sich besonders angenehm.  Es gibt noch viel mehr Tassen aus dieser Reihe und vielleicht lege ich mir irgendwann noch mehr zu..

4. „The Subtle Knife“ von Philip Pullmann

Wie schon in meinem Jahresrückblick 2016 gesagt, ist dies einfach ein Buch, was man nicht so schnell vergisst. De zweite Teil aus der Goldenen Kompass-Reihe setzt die Geschichte gelungen und spannend fort. Ein tolles Covers rundet dieses lesenswerte Buch perfekt ab. Meine vollständige Rezension findet ihr hier.

5. Clump Defiy Mascara von Max Factor

Eine gute Mascara zu finden braucht seine Zeit – und ist auch abhängig davon, was man möchte und was für Wimpern man hat. Ich habe von Natur aus dunkle und lange Wimpern, deshalb ist mir Volumen wichtig -alleridng ohne dass es zu offensichtlich aussieht und meine Wimpern spinnenartig zusammenkleben oder die Mascara so gut hält, dass ich sie nur schwer und mit viel Make-Up-Entfernen abbekomme. Für mich erfüllt die Mascara das (es ist auch keine Neuentdeckung, ich benutze sie seit gut einem Jahr und habe sie mehrmals nachgekauft, aber es wurde mal zeit, darüber zu schreiben).

6. Z by Accessorize

Die luxuriösere Schwestermarke des britischen Schmuckherstellers Accessorize ist einfach ein Traum. Lange habe ich mit den zarten Schmuckstücken, die sich durchschnittlich zwischen 15 und 35 Euro bewegen geliebäugelt und mir im Wintersale ein paar Sachen besorgt. Nicht nur bieten sie Silber und mit Roségold und Gold überzogene Schmuckstücke, sondern auch mit Edelsteinen besetzte Stücke. Man merkt, dass sich der Schmuck auch qualitativ von dem ohnehin ziemlich guten Accessoirze Sachen abhebt. Für etwas filigranes, was kein vermögen kosten soll, kann ich diese Marke echt empfehlen!

7. Kinobesuch: La La Land

Nun ist es offiziell: 6 Oscars gewann der verträumt-nostalgische Film La La Land, ein Film als Hommage an altes Hollywood und Musicals aus dem vergangenen Jahrhundert. Ein ganz besonderer Film mit einem ansteckenden Soundtrack. Ich bin selbst Wochen später noch immer aus dem Häuschen. Meine Rezension findet ihr hier für einen vollständigen Überblick.

8. Urban Tea Garden paramaribo peach

Pfirsichtee jeder Art macht mich glücklich. Dieser Tee ist überhaupt nicht teuer, hat aber hervorragende Qualität, die Teeblätter schwellen zu riesigen Blüten an und geben einen fein-fruchtigen Geschmack.

9. Konzert im Huxley’s von The Divine Comedy

Der Februar war ein ziemlich kulturerfüllter Monat und wenn man die letzten Wochen die ganze Zeit nur am Schreibtisch und in der Vorlesung gesessen hat, ist ausgehen und tanzen ein besonderes Highlight. Und die mittlerweile fast schon alteingesessene irische Pop-Band um den verrückt-flippigen Frontsänger Neil Hannon sorgt definitiv für super Laune (und zu einem sehr fairen Preis von knapp 29 Euro). Einen Mix aus alten und neuen Songs sang der Ire in einem extrem authentischen Napoleon-Kostüm und auch seine Band war im Military-Stil gekleidet. Fast schon wie eine Kunstfigur trat Neil Hannon auf und sorgte für einen sehr heiteren Abend. Interessant war auch, dass das Durchschnittsalter weit über meinem eignen lag und es scheinbar viele Besucher gab, welche die Auftitte noch aus Gründerzeiten kannte.

10. Theaterstück in der Schaubühne „Unter Eis“

Mein erster Besuch des Berliner Theaters „Schaubühne“ am Kurfürstendamm war ein tolles Erlebnis. Das Stück „Unter Eis“ stellt höchst dramatisch, bissig und in lauter Satire da, was einen Mensch heutzutage in der Arbeitswelt erwartet – Konditionierung und Ausbeutung bis zum letzten Tropfen, wie Menschen eine Welt geschaffen haben, die nicht mehr für Menschen ist. Dabei werden Stereotypen ordentlich durch den Kakao gezogen und als Zuschauer ist man erstaunt, aber vor allem sehr sehr nachdenklich. Auf jeden Fall ein spannendes und sehenswertes Stück. Meine Empfehlung gilt vor allem für Studenten, da der Rabatt – 9 Euro Eintritt! – echt sensationell.

11. Paperblanks-Kalender 2017 „Jane Austen Manuskript“ Horizontaler Wochenüberblick

Die letzten drei Jahre hatte ich schon einen Paperblanks-Kalender und ich werde bestimmt nicht von meinem treuen Begleiter lassen. Das Papier ist etwas dicker und qualitativ hochwertig, die Seiten habe ein klares und praktisches Layout und dadurch, dass es verschiedene Formate von Paperblanks gibt (Tages, Wochenkalender, horizontal, vertikal, eine Seite Woche + eine Seite Notizen von Mini bis Groß) mit traumhaften Designs, ist sicherlich für jeden was dabei. Einiger Nachteil: der Kalender ist teuer, rund 16-18 Euro, abhängig wo man ihn kauft sind echt happig. Ich benutze ihn täglich und er für mich ist er  neben meinem „privaten“ Bullet Journal  ein absoluter Organisations- und Lebensretter, insofern habe ich den „cost per use“ raus.

12. Dunkelgrüner Oversize Pullover von H&M

Diesen kleinen Schatz entdeckte ich im Wintersale. Besonders toll ist, dass der Pulli schön lang ist und hinten sogar ein bisschen länger als vorn, so dass der Hintern warm bedeckt bleibt. Dazu ein überdimensionaler Kragen, irgendwas zwischen Schalkragen und Rollkragen, rundum eingekuschelt, mit absolut allem tragbar und ein echt schönes dunkelgrün dazu noch, was dem Waschen bisher hervorragend standhielt.

Weitere Hightlights:

Der winterliche und frisch-windiger Ausflug nach Nordfriesland bleibt ohne jeden Zweifel unvergesslich. Ich kann den Besuch von dem urigen Husum jedem ans Herz legen – vielleicht nicht im Winter, weil es unfassbar kalt ist, aber bei wärmeren Temperaturen. Meinen ganzen Ausflug mit Bildern und Details findet ihr hier.

Lieblingssongs und Ohrwürmer:

Wie war euer Winter so? Auch, wenn er technisch noch nicht ganz vorbei ist natürlich. Ich freue mich über Kommentare, Anregungen und Favoriten.

Love, Katha

The Duchess

OT: The Duchess
DT: Die Herzogin
Cast: Keira Knightley, Ralph Fiennes, Dominic Cooper, Haylay Atwell
Genre: Drama
Regie: Saul Dibb
Drehbuch: Andres Thomas Jensen, Jeffrey Hatcher, Saul Dibb
Musik: Rachel Portman
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Basierend auf dem Leben der Georgiana Cavendish, Duchess of Devonshire
Ausgezeichnet mit einem Oscar für das Beste Kostümdesign.

Georgiana Spencer wird gerade mit 17 Jahren mit  deutlich älteren Lord William Cavendish, Duke of Devonshire verheiratet. Die lebhafte junge Frau führt jedoch ein recht tristes Leben mit dem kühlen und distanzierten Herzog auf seinem Anwesen. Dass sie nicht sofort einen Jungen, sondern ein Mädchen zur Welt bringt, zerrüttet ihr Verhältnis noch mehr. Als Georgiana jedoch in Bath Lady Elisabth Foster kennenlernt, erfreut dies ihren Mann auf verdächtige Weise.

Traurig, dramatisch und optisch mitreißend ist dieses Portrait der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und zeigt, wie Männer praktisch jede Grausamkeit anwenden können und damit durchkommen, während der kleinste Fehler einer Frau schon zum Verbrechen wird – wie beispielsweise Mädchen zu bekommen, anstelle eines Erbens.

Was einem natürlich als erstens ins Auge sticht, ist wie opulent und anregend der Film gestaltet ist, die Kostüme sind ein Traum, das ganze Setting ein Augenschmaus – schon dafür lohnt es sich, in den Film hineinzuschauen. Nicht umsonst gewann Michael O’Connor den Oscar für das Beste Kostümdesign.

Wie in jedem Kostümfilm glänzt Keira Knightley in ihrer Rolle – auch hier als Georgiana. Sie spielt die fröhliche, die erschütterte, die verliebte, die naive, die kämpferische – ja, jede Emotion überzeugend. Ich muss einfach zugeben, dass ich sie in diesem Genre am liebsten sehe. Die Verfilmung über die faszinierende Persönlichkeit Georgiana Cavendish informiert, fasziniert und macht neugierig, mehr über diese Frau zu erfahren, die es geschafft hat, sogar die Politik zu beeinflussen und die Whig-Partei zu fördern.  Knightleys Leistung in diesem Film zeigt, dass man sie  bloß nicht als Sweetheart in Liebesfilmen abschreiben soll, sondern dass sie eine sehr gute Schauspielerin ist, die man ruhig ernster nehmen kann.

Ralph Fiennes (den ich manchmal echt gerne zum Ausgleich in freundlichen Rollen sehen würde), beweist hier, wie unglaublich unsympathisch, abartig und verhasst er einem werden kann. Ich schätze ihn unglaublich in diesen dunklen Rollen, auch wenn ich mich die ganze Zeit über die Rolle aufrege, weil er sie einfach so überzeugend spielt. Er ist hervorragend in der Rolle des passiv-agressiven Mannes.

http://www.darlingtonandstocktontimes.co.uk/resources/images/4448411/

Rachel Portman bleibt auch in diesem Film ihrem Stil treu, es ist bemerkenswert wie man ihre Stücke fast immer wiedererkennt: Die melancholischen Streicher stehen wie immer im Vordergrund. Die Musik ist – wie leider auch Georgianas Leben – recht düster und nur mit kleinen Lichtblicken versehen. Das musikalische Thema steht hier stark im Vordergrund und lässt sich durch den gesamten Soundtrack wiederfinden, schafft es aber, nicht eintönig zu klingen. Wie immer tolle Leistung!

Schade finde ich, was ich allerdings nur im Nachhinein beim erstellen dieser Rezension gelesen habe, ist dass der Film u.a. damit beworben wurde, dass Prinzessin Diana eine Nachfahrin Cavendishs war und sie verbunden im Schicksal seien, was ein ziemlich gruseliger und geschmackloser Vergleich ist, der vollkommen fehl am Platz ist. Der Film hat es wirklich nicht nötig, damit zu werben.

Ein weiterer, großartiger  Film des Regisseurs Saul Dibb ist „Suite Française“, den ich jedem, der Dramatik und traurig-zarte Liebesgeschichten mag, sehr ans Herz legen kann.

THE VERDICT: Ein optisch sehr ansprechendes Portrait von Georgiana Cavendish mit zwei guten Hauptdarstellern, welche die Dramatik des Lebens dieser Frau auf den Punkt bringen und ein Film, der neugierig macht, mehr von dieser faszinierenden Frau zu erfahren. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

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La La Land

OT: La La Land
DT: La La Land
Cast: Emma Stone, Ryan Gosling, John Legend
Genre: Musicalfilm
Regie: Damien Chazelle
Drehbuch: Damien Chazelle
Musik: Justin Hurwitz
Länge: 128 Minuten
FSK: ab 0 Jahren

Nominiert für 14 Oscars.

Gewann 2017 7 Golden Globes, darunter Bestes Drehbuch und Beste Filmmusik.

Ich empfehle an dieser Stelle – so wie ich das auch getan habe – den Trailer nicht zu sehen und sich einfach komplett überraschen zu lassen, weil der Trailer zu viel von den „magischen“ und schönen Szene angedeutet und so vielleicht das Staunen und die Überraschung ein bisschen weniger intensiv ausfallen könnte.

In Los Angeles leben Mia und Sebastian, die beide von einer Zukunft als Berühmtheit träumen. Während Mia unbedingt Schauspielerin werden will, sich allerdings unerfolgreich von einem Vorsprechen zum nächsten kämpft, hofft Sebastian auf eine großartige Karriere als Jazzmusiker mit eigenem Club. Als sie sich das erste Mal auf einer Party unterhalten, beide genervt und frustriert von  ihrer aktuell frustrierenden Lage, wird eine Spannung zwischen den beiden deutlich und es scheint, dass sie sich nicht zufällig über den Weg laufen.

Warum bin ich in diesen Film reingegangen? Nun, als ich den Titel gehört habe, fand ich ehrlich gesagt er klang recht nichtig und in bisschen lächerlich (anscheinend ist La La Land ein Spitzname für Los Angeles) . Als ich allerdings vernahm, was für ein heißer Oscar-Kandidat dieser Film ist  (und ich jedes Jahr im Kino ein paar der Oscar-Kandiaten sehe) und meine beste Freundin Charlie mir eröffnete, sie sei ziemlich überfordert-überzeugt von dem Film, war mir klar: Warum eigentlich nicht?

Es ist kein Film, der wegen seines Inhalts den Rahmen sprengt und die Herzen erobert, extrem tiefgründig und sehr anspruchsvoll ist, sondern der durch seine Machart glänzt, durch wenige Schnitte, wunderbare Musicalszenen, überzeugende Schauspieler und tollen Tanzeinlagen, Sternenhimmel und Herzklopfen. Ein bisschen erinnert mich das an den ganz großartigen Stummfilm „The Artist“, der vor einigen Jahren auch ein großer Oscar-Favorit war, wie ich finde aus ähnlich Gründen: Ein etwas „verstaubtes“ Genre aufgegriffen, etwas modernisiert, eine Brise von Eigenartigkeit dazugegeben und einen Film für das Herz kreiert, der einen unglaublich in der Vergangenheit https://i1.wp.com/www.kino.de/wp-content/gallery/la-la-land-2016/la-la-land-3-rcm0x1920u.jpgschwelgen lässt und dessen Soundtrack man gerne nach der Kinoaufführung ruf und runter hört.

So magisch und bezaubernd der Film in seiner  Machart ist, muss man auch zulassen, sich von diesem Glitzern überzeugen zu lassen, sein Herz zu öffnen für eine Hommage an Hollywood und Träume, kleine versteckte Symbole, Hoffnungsfunken .
Ich denke nicht, dass der Film für jederman ist, sondern ein toller Film, den ich jedem Tagträumer und Realitätsflüchtigen empfehlen kann.
Der Film berührt tief, bringt aber auch zum Nachdenken, was man aus seinen Träumen im Leben machen will.

Ich muss zugeben, dass ich zuvor keinen Film mit Ryan Gosling gesehen habe und auch nur drei mit Emma Stone kenne –  ich war also fast ohne Meinung zu den beiden Schauspielern in diesen Film gegangen, hatte nur zuvor gelesen, dass die beiden häufiger zusammengearbeitet haben und ich muss sagen, man merkt das! Die beiden waren in der Lage, Mia und Sebastian so viel Leben einzuhauchen und eine so unglaublich überzeugende,k nisternede Chemie zu erzeugen sowohl in romantischen Szenen als auch bissigen Diskussionen. Ihre Liebesgeschichte ist ziemlich vorhersehbar und überhaupt nichts Neues und jeder, der nicht dieses ganze Tra-ra mag mit bunten, üppigen Szenen mag, der wird sich hier langweilen, denn der Film ist auch nicht „spannend“, sondern emotional, manchmal sogar ganz schön  mitreißend. Hier spricht der Film ans Optische und ans Gefühl.

Das Herz dieses Filmes macht natürlich der Soundtrack aus, der die ganzen Emotionen und Tanzsszenen auch erst möglich macht. Nach Aussage des Regisseurs Chazelle ist die Musik, die Justin Hurwitz komponiert hat, inspiriert von alten MGM-Filmen aus den 1940er Jahren (entsprechend ist „La La Land“ auch im Cinemascope-Format gedreht worden). Neben frischen Musicaleinlagen mit dem halben Set, die mit Klavier-Melodien und wunderbaren langen Szenen ohne Schnitt durch die Gegend hüpfen, enthält der Film auch viele Jazzstücke und auch melancholische Orchestrastücke. Eher untypisch für ein Musical ist allerdings, dass es kaum Solos gibt, was für einen richtigen Musical-Fan mögicherweise eine Enttäuschung sein könnte – betrachtete man es jedoch aus der Perspektive, dass Chazelle versucht hat, etwas Neues, aber an Altem inspiriertes zu kreieren, finde ich, dass ihm das wirklich gelungen ist. Die Musik ist wie eine Feuerwerk-Batterie: Irgendwie bekommt man alles: rauschende Feuerwerke, lautes Knallen und kleine flinke Funken und man kann als Zauschaunder einfach nur Staunend starren und zu hören. Zumindest komme ich von diesem tollen Soundtrack nicht mehr los!

Meine Favoriten sind bei den peppigen Elementen „Another Day of Sun“ und  „Someone in the Crowd“ und bei langsameren „Planetarium“. Bei letzterem muss ich anmerken, dass mir daran nicht nur die unglaublich eingänge Melodie gefällt, sondern auch dass es die typischen Elemente von alten Disneyfilmen enthält, aber auch etwas an die Musik von den Ghibli Studios (z.B. „Das Wandelnde Schloss“)  unter Joe Hisaishi erinnert und dadurch etwas unglaublich melancholisch-nostalgisches hat.

Zu diesen Soundtrack, über den ich hier noch ewig schreiben könnte, kommen mitreißende Tanzeinlagen, wo man wirklich sehen kann, wie viel Energie vor allem die beiden Hauptdarsteller in diesen Film investiert haben müssen – das gilt besonders für Ryan Gosling, dessen Rolle faktisch daraus besteht, dass er Klavier spielt und es durch die langen Aufnahmen ohne Schnitt unmöglich ist, jemand andere spielen zu lassen. Eine beeindruckende Leistung!

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so euphorisch und verzaubert ein Kino verlassen habe, ich hätte Tanzen können, so entzückt wie ich war. Der Film hat mein Herz erweicht und meine Sinne in den Bann gezogen und entsprechend bin ich nur in der Lage, ihn  freudeerfüllt zu bewerten, vielleicht bin ich auch verblendet, aber als Tagträumer bin ich vermutlich das perfekte Zielpublikum für so einen Film. Nachdem ich verschiedenste Rezensionen im Internet gelesen habe, verfestigt sich mein Eindruck, dass sich die Geister an diesem Film scheiden – aber sei’s drum, Geschmäcker sind verschieden. Ich liebe den Film trotz der Krtitken, und das mag für mich etwas heißen!

Einen minimalen Abzug gibt es, da ich rückblickend finde, dass der Anfang (auch wenn ich verstehe, warum er so bunt und extrem fröhlich gemacht wurde) nicht ganz mit der Grundstimmung des Filmes harmoniert und es einen recht harten Bruch gibt. Er hat etwas eigenstehendes.

THE VERDICT: Ein unbeschreiblich kreativ gestalteter Film, der auf nostalgisch-romantische Weise verzaubert und um Träumen und Tanzen einlädt. Der Soundtrack als absoluter Hochkaräter rundet den Film mit zwei überzeugenden Schauspielern wunderbar ab . Die Geschichte mag nicht die anspruchsvollste sein, aber ihre Machart ist ein wahrer Traum. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Film irgendwann ein Klassiker wird. 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

 

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Atempause in Nordfriesland

Moin Moin!

Nach ganz viel Buchbloggerei und ein paar Berlin-Tipps, heute mal etwas anderes.
Ich schreibe gerne über das Reisen (und ich habe den Verdacht, meine Leser lesen auch gerne über das Reisen), allerdings komme ich leider viel zu selten dazu, zum einen ist es natürlich meine stressig-studentische Lebensphase, die mir  einen Strich durch die Rechnung zieht, zum anderen natürlich: Geld wächst leider nicht auf Bäumen. Aber ich muss auch zugeben, die ganze Zeit im hektischen Berlin zu pendeln ist einfach nicht schön, irgendwann wird man Teil dieser gehetzten grauen Masse, die morgens stets entnervt  in die S-Bahn steigt und sich im Zentrum schnellen Schrittes durch Autos und Abgasvolken bahnt.
Jetzt aber Schluss damit, ich brauche eine Auszeit! Einfach mal am Wochenende weg von hier. Ich habe kein Auto, noch Führerschein, es soll also die Bahn sein. Am besten am Meer, ein kleiner Ort an der Nordsee, wo ich mal meine Ruhe habe.

Husum.

Bis vor dieser Reise dachte ich, Husum sei eine Insel… peinlich, schlimmer wird, dass ich dachte, Husum liege nördlich von Bremen. Aber das ist das Gute am Reisen, es bildet und öffnet einem die Augen!
Ein paar Wochen später saß ich um kurz nach sieben einem Intercity und rollte gen Hamburg Altona, wo ich schließlich in einen kalten klapprigen und fast ausgestorbenen Zug Richtung Sylt einstieg – es war frisch, Nordsee im Winter war mutig, wurde mir langsam klar. Umso weiter ich mich von Berlin, Shopping Malls und gestressten Menschen entfernte, desto ruhiger wurde ich. Das Wackeln und Rattern dieses alten Zuges, die karge Winterlandschaft und die Schafe auf den Feldern beruhigten mich. Ich hatte zuvor nicht besonders viel über Husum recherchiert, es sei überschaubar und man könne zum Meer spazieren – das reichte mir. Ich hatte keine Ahnung, was für eine kleine, ruhige Perle mich erwarten sollte.

Als ich ankam, sah ich gerade mal eine Hand voll Menschen, es war recht ausgestorben am Bahnhof und langsam bewegte ich mich gen Altstadt und dem süßen kleinen Hafen, der mehr einem schmalen Kanal glich. Das Herz der Stadt bestand fast nur aus alten, ein-, maximal zweistöckigen Häusern: Backstein und schmucke Fassaden so weit das Auge reicht. Kleine Gassen als die Adern der Stadt, die Häuschen waren gesäumt von Rosenstauden, die im Sommer wahrscheinlich prächtig blühen, und fast nirgends parkten Autos, es war, als wandle man in Zeiten Theodor Storms. Und das ist ganz wichtig, den der große Dichter hat diesem Örtchen die Bezeichnung „Die graue Stadt am Meer“ gegeben und Zeit seines Lebens über das Husumer Watt gedichtet. Doch den Tag, den ich erwischte, konnte man keinesfalls als grau bezeichnen. Der Himmel war strahlend blau und frisch mit ein paar Wolkentupfern und das Licht wirkte so nordisch, es hatte etwas einzigartiges, wie es die kleinen Gassen umhüllte. Das schöne an Husum ist, man kann komplett ohne einen Plan durch die Stadt laufen und sich einfach nach und nach entzücken lassen.

Mir war es allerdings auch wichtig, etwas vom Meer zu sehen, deshalb folgte ich dem Kanal und musste erstmal durch ein etwas unheimliches Industriegelände, bestehend aus drei hohen Türmen und einer Weidelandschaft mit Schafen zu rechten. Danach ging es gefühlte Ewigkeiten gerade aus, so wirklich glaubte ich nicht mehr, dass da noch Meer käme, obwohl es grässlich windig war, bis ich schließlich in der Ferne ein kleines Hotel erkennen konnte und dahinter ein rotes Gebäude, welches sich später aus DLRG entpuppen sollte. Also lief ich, atmete die salzige, eiskalte Frische ein, stapfte gegen diese verdammt steife Brise und vergaß einfach alles andere. Es war herrlich, besonders als ich schließlich am Wasser ankam. Diese Luft war so frisch und pustete jeden Stress aus den tiefsten Windungen meines Körpers. Zugegebenerweise, irgenwann wurde es dann doch zu kalt und ich begann den Rückzug.

In der Altstadt wieder angekommen, zog mich das „Fischaus Loof“ mit seinem warmen Licht richtig an. Völlig durchgefroren betrat ich das sehr gut besuchte Haus und mir bot sich eine Pracht und Vielfalt an Fisch an, ich wusste gar nicht, wo ich hingucken sollte. Am Tisch schließlich platzgenommen, bestellte ich den Fischburger mit Pulled Salmon und Kartoffel Wedges für etwas über 8 Euro. Und mein lieber Scholli, das war vielleicht köstlich!! Ich würde soweit gehen, zu sagen, dass ein Mahl im „Loof“ den Besuch dieser kleinen Stadt schon wert macht.
Schließlich ging es noch durch das Herz der Stadt, wo ich den Ramschladen „Mischmasch“ entdeckte, der jeglichen Kram aus den verschiedensten Kulturen anbietet sowie kleine Spieluhren, die vom Hochzeitsmarsch bis zu „Hey Jude“ von den Beatles alle mögliche spielen. Ein weiteres Juwel ist das „Antiquariat Streblow„, welches neben Vintage Dosen und Postkarten auch antike Puppen und vor allem eine Unmenge Büchern anbietet. Schnuckelig und putzig eingerichtet mit einer uralten Kasse und einer freundlichen Besitzerin lädt dieser Laden zu langen Aufenthalten ein,der etwas nostalgisch-romantisches hat.

Der Rest meines Besuches war Stöbern und Spazieren, entdecken und staunen, ein Gespräch im „Loof“ mit freundlichen Einheimischen und einfach die Ruhe und Freundlichkeit dieser kleinen Stadt genießen. Ich werde definitiv noch mal einen Ausflug bei wärmeren Temperaturen planen, denn Husum ist eine schöne Stadt, die man keinesfalls mit einem spöttischen Lachen über die Größe abtun sollte.
Ich war nur kurz für einen Tag da, aber so dass ich hier nur ein paar flüchtige Eindrücke loswerden kann, aber ich hoffe, zeigen zu können, wie malerisch verträumt Husum auf mich wirkte.

Wart ihr schon mal in Husum? oder könnt ihr den Besuch einer anderen Nordfriesischen Stadt empfehlen?

Alles Liebe,
Katha

Der Fischladen

Eine kleine feine Entdeckung im schönen Prenzlauer Berg, die ich sehr gerne mit euch teilen möchte. Es ist“Der Fischladen“ – ja, so heißt er wirklich!

Wo? Schönhauser Allee 128, 10437 Berlin
Wann? Mo-So 10-22 Uhr
Was? Fischspeisen
Preise? Eher gehoben, aber es wert
Zahlen? Bar
Webseite: derfischladen.com

Direkt an der Schönhauser Allee neben der alten Brücke für den oberirdischen Teil der U-Bahnlinie 2 befindet sich das Restaurant  „Der Fischladen“ und gleich daneben „Links vom Fischladen“, wo man SICH  nach einem herzhaften Schmaus auch etwas Süßes gönnen kann. Bereits seine wunderbar üppige Fischtheke und die weiß-blauen Räumlichkeiten erzeugen in einem eine richtige Sehnsucht nach dem Meer.

Snapchat-307582285511044893.jpgAusprobiert habe ich nach dem Empfehlen einer guten Freundin die hauseignenen Fish & Chips –  und nachdem ich in Großbritannien vielerorts dieses wunderbare Gericht kennen und lieben gelernt habe, waren meine Ansprüche natürlich hoch!
Doch Fish & Chips sind hier anders, sie habe nicht den Anspruch das typisch englische Gericht in der Zeitung zu sein mit Kaut, Mushy Pees und Tomatenketschup. Und auch die angebotenen Soßen waren auf den ersten Blick erstmal eher abschreckend. So ungewöhnlich sie wirklich, sie sind großartig: eine Kapernsoße, eine süß-saure Soße und eine, für die, die es wirklich scharf mögen. Die anfängliche  Skepsis verflog schnell und ich war verzaubert davon, die herrlich die Soßen den Geschmack des Fisches untermalten, besonders die Kapernsoße. Was ich sehr praktisch finde, ist dass man nicht nur die Auswahl zwischen zwei Portionsgrößen hat, sondern auch, welchen Fisch man serviert habe möchte. Auf diese Weise ist für jeden etwas dabei. Am preiswertesten ist der weiße Wels, den ich selbst nun mehrmals dort gegessen habe und ihn großartig finde.
Natürlich gibt es neben Fish & Chips auch viele andere Fischgerichte, denn die Auswahl an Frischfisch, Räucherfsich und Meeresfrüchten ist großartig. Vom klassischem ganzem Lachs zur Dorade, über den Wolfsfisch zum Victoriabarschfilet, Butterfisch, Heilbutt, Räucheraal und Tintenfisch lassen nicht auf sich warten. Die Webseite ist dabei sehr ausführlich und informativ und entsprechend für interessierten einen Besuch wert. Aber am besten, man geht einfach vorbei

Neben dem tollen nordischen Ambiente und dem netten Personal, welches am Nachbartisch ein Paar mit einem Kind und Kinderwagen sofort unterstützt hat und zuvorkommend war, muss man sagen, dass die Lage den Laden natürlich ziemlich beliebt macht und es stets gut besucht ist.
Man befindet sich, wenn man im Sommer draußen speist, halb auf dem Gehweg und ständig laufen auch Touristen, aber vor allem die Berliner Szene Elite an einem vorbei und dann kommt dazu noch das gute laute Rattern der U-bahn, was leider ein bisschen die Stimmung für mich senkte. Wenn man dieses urbane, frische und lebendige mag und sich mal ein bisschen wie ein mondäner Hipster fühlen mag und was sehr gutes Essen mag, für den ist der Ort ideal. Für ein kleines, heimliches romantisches Date vielleicht nicht unbedingt.

Und, weil dies ab und zu auch wirklich wichtig sein kann: Die Toiletten befinden sich im zweiten Geschäft des Fischladens und sind hervorragend sauber und erfüllt mit dem mariniertem Flair. Ein Laden, der durch und durch seinem Thema treu bleibt!

THE VERDICT: Ein tolles Fischrestaurant mit dem gewissen Etwas und wirklich großartig schmeckendem Essen, was ich jedem Fischliebhaber ans Herz legen kann. 9 von 10 Sternen

Love, Katha

Effi Briest

Autor: Theodor Fontane
OT: Effi Briest
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1894
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag
Preis: 12,90 DM (Taschenbuch)
ISBN: 978-3746652665
Länge: 336 Seiten

Effi Briest lebt bei ihren Eltern in Hohen-Cremmen und genießt ihre unbeschwerte Jugend, am liebsten im Garten. Als sie jedoch mit siebzehn Jahren den einundzwanig Jahre älteren Geert von Instetten heiraten und in das tiefste Pommern ziehen soll, ändert sich ihr Leben radikal. Der freie Vogel lebt nun in Kessin an der kalten Küste in einem unheimlichen Hause und ihr Mann ist nur selten da. Das Leben scheint ihr so trist und vereinsamt. Doch alles  ändert sich, als sie Major Crampas auf einer Feier  kennenlernt, einen offensiven Offizier.

Drei Mal habe ich dieses Buch angefangen, bis ich es tatsächlich in nahezu einem Zug durchlas. Mein Wille war groß, wo ich doch viel reizendes über Effi Briest gelesen habe und Theodor Fontanes Schreibstil verehre. Allerdings ist mir nun rückblickend bewusst geworden, dass ich in dieses Buch reinwachsen musste. So gerne ich auch Klassiker lese, glaube ich, das einige erst wirklich verständlich werden und sich einem erschließen, wenn man  ein bisschen „erwachsener“ wird (mir ist das schon mit ein paar Büchern passiert, auch als anderen Gdnres). Ich bin natürlich noch sehr jung, aber nun mit fast 19 Jahren und einem besonderem Faible für das 18. und 19. Jahrundert,  kann ich viel besser mitempfinden und verstehen, wie die Gesellschaft im 19. Jahrhundert gedacht haben muss, als vor drei Jahren, wo ich noch wenig darüber wusste. An dieser Stelle wird mir bewusst auf welch wunderbare Weise Bücher es schaffen, uns Ideen, Werte, Moral, Gedanken, Lebensweisheiten, Erfahrungen und Gefühle zu vermitteln, ohne es direkt zu merken!
Vor drei Jahren hätte ich vermutlich gesagt, dass es eine interessante Geschichte mit einem blumigen Schreibstil ist, die mich aber nicht berühren noch fesseln konnte. Jetzt sehe ich es zum Glück anders!

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Das wunderbare an Fontane ist, das er mit vielen Symbolen arbeitet: Das Rondell der Eltern im Garten, die Schaukel, das Meer in Kessin, der Hund Instettens namens Rollo und ein paar mehr. Auf den ersten Blick erkennt man eindeutig, dass es ein Gesellschaftsroman des Realismus ist: Gegenstände und Personen werden detailliert beschrieben, aber wirken zunächst seltsam oberflächlich. Erst nach und nach werden Effis und später auch Innstettens Charakter und Emotionen  für den Lesenden sichtbar. Genauso wie es in der Gesellschaft Gang und Gäbe war, diszipliniert und nach außen hin stets perfekt zu wirken, agieren die Figuren im Roman. Auf mich wirkte es wie realistisches Portrait der Wilhelminischen Ära, das gleichzeitig seltsam zynisch wirkt, weil es diese Normalität ad absurdum führt. Durch die angedeuteten Witze und Beobachtungen wird offensichtlich, in was für einer gespielten Welt Effi lebt und wie sehr sie unter den affektierten Menschen leidet (wie man es auch selbst tun würde). Ein paar wenige Figuren wachsen ihr ans Herz und ganz still und heimlich trifft sie sich dann und wann mit Crampas, was sie sehr gut vor Instetten vertuscht.

Nun stellen sich einige Fragen: Kann man mit Effi Mitleid haben? Sie geht doch ohne weitere Bedenken in diese Ehe, obgleich dieser Mann eigentlich der Verehrer ihrer Mutter war? Was definiert man als Ehebruch?

Ich glaube, es ist sehr subjektiv, wie man dieses Buch wahrnimmt. Wir lasen es letztes Jahr in Ausschnitten im Deutsch Leistungskurs und die Meinung zu Effis Verhalten differierte stark. Dennoch macht diese kontroverse und interessante Person den Roman für mich so interessant und lesenswert: Man kann herrlich darüber diskutieren und sich überlegen, was man selbst getan hätte.
So gesehen kann man „Effi Briest“ in eine Reihe mit den anderen großen europäischen Werken, die Ehebruch thematisieren stellen, allerdings ist Effi eine viel sanftere Figur und deutlich weniger selbstmitleidige und egoistische Person als Emma Bovary (Anna Karenina habe ich allerdings noch nicht gelesen), die ich wirklich kein Stück mochte. Wer Werke aus dieser Reihe lesen will, dem lege ich Effi ans Herz.

Der einzig negative Punkt, den ich anmerken muss, ist das man besonders, wenn man den Roman anfängt, sich an den Schreibstil gewöhnen muss – man kann „Effi Briest“ eher nicht in einer lauten Bahn lesen. Fontane schwankt zwischen Berichtartigem Schreiben, blumigen Ausschweifungen, knapper mündlicher Rede und langen Diskussionen – so gesehen trifft man auf fast jede Erzählform, was für eine gewisse Leichtigkeit und Abwechslung sorgt. Allerdings verliert der Roman in der Mitte leider deutlich an Tempo und teils langweilt man sich fast so sehr wie Effi im pommer’schen Kessin. Diese Mitte hat mich zwei Mal zum Abbruch veranlasst, doch sobald sie überwunden ist, kommt der ein großartiges letztes Drittel.

Einer meiner Lieblingssätze und auch wahrscheinlich einer der bekanntesten aus diesem Roman ist ohne Zweifel der Dauerspruch von Effis Vater „Es ist ein (zu) weites Feld…“, der nicht ohne Grund zu einem geflügelten Wort geworden ist.

Zu guter letzt etwas zu dieser Ausgabe: Ich habe sie (und „Irrungen, Wirrungen“)  vor einiger Zeit zu einem spottbilligen Preis auf dem Trödel gefunden und mich sofort verleibt. Es gibt eine ganze Reihe dieser „Berliner Frauenromane“, welche der Aufbau Verlag in den 1990ern aufgelegt hat, jedoch heute leider nicht mehr erhältlich sind. Dabei sind es wahrlich schöne Bücher, von denen ich so gerne die gesamte Reige besitzen würde.

THE VERDICT: Ein wunderbar geschriebener Roman in mit vielen Facetten und faszinierenden CHarakteren. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam, aber voll versteckter Symbolik, nur leider ist die Mitte des Buches im Gegensatz zum starken Anfang und Ende etwas dünn, aber darüber sehe ich gerne in der Gesamtbewertung hinweg, da alles in einem es einfach ein tolles und hoch lesenswertes Buch ist, besonders für Klassiker-Liebhaber! 8 von 10 Steren.

Love, Katha

Spinner

Autor: Benedict Wells
OT: Spinner
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2009
Verlag: Diogenes
Preis: 12€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3257243840
Länge: 320 Seiten

Nachdem ich vollkommen in den Bann gezogen war von Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit„, wollte ich auch weitere Bücher von diesem begnadeten Autor lesen und entschied mich für Spinner, einen Roman, der ganz gut zu der verwirrten Jugend passt, zu der ich auch gehöre.

Eine erlebnisreiche Woche aus dem Leben des Jesper Lier, 20 und nicht zur Uni gehender Student, und den großen Fragen und der Verwirrtheit, was man eigentlich aus seinem Leben machen soll.
Nach dem Tod seines Vaters zog er von München nach Berlin, die magische Großstadt zog ihn an mit ihren Reizen und funkenden Perspektiven. Doch Jesper steckt in einer Krise, er will endlich sein Leben umkrempeln und ehe er sich versieht, hat er sich in eine Fremde verliebt und träumt von ihr und  mit seinem Roman „Der Leidensgenosse“ über Nacht berühmt zu werden.

Ein Wells wäre natürlich kein Wells, wenn der schrullige Jesper nicht in die Untiefe sämtlicher philosophischer und essentieller Lebensfragen versinken würde. Lustig und lautstark geschrieben, mit viel Schwung und Energie, einer flotten und verrückten Handlung, scheint das Buch einerseits urkomisch zu sein, gleichseitig zeugt es von einer unheimlichen Tragik. Der Schreibstil schwankt seltsam zwischen kreischenden Heavy-Metal-Rocker und sanfter Klaviermusik, ein auf und ab aus Gefühlen und Reizen – was zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Jesper erlebt die verrücktesten Partys, sieht Obszönes und Perverses, nimmt Drogen und lebt aber auch den tristen Alltag, kennt den leeren Kühlschrank und die dunkle, kleine Berliner Altbauwohnung. Auf ehrliche, skrupellose Weise wird allmählich die Verzweiflung Jespers klar: Was soll aus ihm werden? Was hat er, seitdem er von zu Hause geflohen ist, erreicht? Warum hat er keine Freundin?

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Mich hat „Spinner“ stark berührt, zwar ist Jespers Leben sehr überspitzt und gerne dramatisch, ja, wirkt auf der Weise einer Satire, doch die Essenz des Romans und seine Aussage ist sehr klar: Es ist in Ordnung, etwas verwirrt zu sein. Jung , ahnungslos und überfordert.

Ich denke, dass es ein sehr interessantes Buch für jedem, der um die Zwanzig ist, oder generell Menschen, die frisch aus der Schule kommen und gleichermaßen eine gewisse Ahnungslosigkeit verspüren, wie es mit ihren weitergehen soll, aber auch für Lesende, die älter sind und auf diese verrückte Zeit zurückblicken. Es ist manchmal definitiv keine leichte Kost, mnachmal sogar etwas zu viel des Guten, aber das macht das Buch anderseits so herrlich schrullig und eigenartig.

Zu guter letzt möchte ich sagen, dass mir das Cover zwar ganz gut gefällt mit dem simplen Bild eines rauchenden jungen Mannes, was vielleicht mit seiner leeren „coolen“ Miene etwas provokant wirken soll (es handelt sich hier um die neue Taschenbuchedition, die nicht mehr ein glänzendes, sondern ein mattes Diogenes-Cover besitzt), allerdings raucht Jesper sehr selten im Buch. So trifft das Bild  einfach nicht den Nagel auf den Kopf.

THE VERDICT: Ein berührender und gleichzeitig schriller und verrückter Roman und das Jung- und Verwirrtsein aus einer tragikomischen Perspektive, etwas gewöhnungsbedürfig, aber gleichermaßen liebenswert mit einem absoluten Spinner als Protagonisten. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Der dunkle Wächter

https://i0.wp.com/www.fischerverlage.de/media/fs/15/u1_978-3-596-03547-2.jpgAutor: Carlos Ruiz Zafón
DT: Der dunkle Wächter
OT: Las luces de septiembre
Genre: Mystery
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1995
Verlag: Fischer
Preis: 9.99€ (Taschenbuch)
Länge: 304 Seiten
ISBN: 978-3596035472

Als Irene in den 1930ern mit ihrer Familie aus Paris an die Nordküste Frankreichs zieht, erscheint alles trist und komisch. Gerade erst hat sie ihren Vater verloren und ihre Mutter versinkt in einer gewissen Einsamkeit. Doch der neue Arbeitgeber ihrer Mutter, der auf einem geheimnisvollen Anwesen namens Cravenmoore am Meer wohnt, verändert alles. Das Haus scheint eine Art Fluch zu beherbergen. Gleichzeitig lernt Irene einen Jungen namens Ismael kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn.

Ganz wie alle anderen Romane von Zafón lebt auch diesen von seinen schrulligen Charakteren und einem leichten Gruselfaktor mit Steampunkcharakter. Da ich ein großer Fan von Carlos Ruiz Zafón bin und die ganzen Bücher aus seiner Bracelona-Reihe wie verrückt verschlungen habe, wollte ich mal auch etwas anderes von ihm lesen.

Mein erster Eindruck war erstmals Verwirrung: sein Roman spielt in Nordfrankreich, aber des Gruselns halber heißt das mysteriöse Anwesen „Cravenmoore“ – recht unfranzösisch und irgendwie verdammt unpassend gewählt.

Schon an der Dicke des Buches sieht man, dass es nicht zu den mehr ausufernden Bücher von Zafón gehört, die blumiger geschrieben sind und bei ihren Charakteren deutlich mehr in die Tiefe gehen, wie z.B. beim „Schatten des Windes“ oder dem „Spiel des Engels„, wo man in einem eher gemäßigterem Tempo alles zusammenpuzzlet. Eine Zeit lang fand man den Roman auch in der Jugendabteilung der hiesigen Bibliothek, allerdings sehe ich überhaupt keinen Grund für diese Einordnung. Häufig ist es ja ein Klischee, dass Bücher, in denen Jugendliche die handelnden Personen sind, auch gleich Jugendbücher sind. Was diese Einordnung eher vermuten lässt, ist, dass dieser Roman – leider!- nicht so anspruchsvoll geschrieben ist und auch ein bisschen viel offen lässt bei seinen Charakteren, die normalerweise das absolute Herzstück bei Carlos Ruiz Zafón sind. Man könnte sagen, sie werden nicht ganz so liebevoll behandelt.

Bei der Geschichte kann ich nur sagen, das sie wirklich spannend und düster geschrieben ist und ich in der Nacht deutlich länger gelesen habe, als gut für mich war , aber man noch hätte viel mehr daraus machen können, mir scheint als sei das ganze Buch eine Sammlung von Andeutungen, aber es fehlt das Handfeste dahinter. Ich habe wirklich darauf gewartet, dass aus einer Ecke der Autor springt, den ich verehre, nur leider geschah das nicht. Damit will ich nicht sagen, dass der Roman schlecht ist, denn das ist er keinesfalls, er lässt sich wunderbar flüssig an einem Stück herunterlesen, aber es fehlt das gewisse Etwas.

Wer in die Bücher von Zafón einsteigen möchte, dem kann ich den  dickeren „Schatten des Windes“ wärmstens ans Herz legen, denn „der dunkle Wächter“ ist zwar kein schlechtes Buch, aber leider nur unglaublich mittelmäßig.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich definitiv mehr aus dieser vermeintlichen „Jugend“-Reihe von Zafón lesen will, um meinen Eindruck zu erweitern – und die Zeit bis zu seinem neusten Barcelona-Roman zu überbrücken!

THE VERDICT: Das Konzept und die Idee ist super und die Geschichte recht flott und spannend erzählt, leider allerdings nicht so liebevoll umgesetzt, wie man es von Zafón kennt, sondern in einer „light“ Variante verpackt, was etwas enttäuschend für Fans ist. 6 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen:
Cover

Jahresrückblick: Bücher, Filme und Events 2016

Moin Moin!

Zum Jahresende möchte ich  ein mal zurückschauen auf 2016, mit seinen Ereignissen und Erlebnissen. Ich mag dieses Gefühl, einen Kalender zu durchblättern und darauf zurückzuschauen, was man erreicht und erlebt hat. Also Achtung, laaaaanger Artikel. Ich werde den Text in zwei Gruppen aufteilen: Zunächst folgt ein bibliophiler Rückblick, wo ich meine Lieblinge, sowie verhasste Bücher des Jahres durchgehe und anschließend im zweiten Teil alles über Events, Filme und Ähnlichem.

Davor noch kurz etwas zu mir: Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht mit einem NC, auf den ich recht stolz bin, zudem habe ich ein Praktiukum bei einer großen Tageszeitung in Berlin absolviert, das erste Mal in meinem Leben (als Aushilfskarft) gearbeitet und ein Studium in Sozialwissenschaften angefangen. Es ist ziemlich viel passiert und ich muss zugeben, dass ich es selbst noch nicht so richtig glauben kann, dass ich nicht mehr in Klassenräumen sondern Vorlesungssälen sitze. Zugegeben, dass ist alles ziemlich viel auf einmal und überwältigend – aber ich bin gespannt auf 2017.

Bibliophiles

Hier folgt eine Liste, was ich dieses Jahr  gelesen habe in alphabetischer, nicht chronologischer Reihenfolge (meiner Meinung nach übersichtlicher). Ich nehme mir jedes Jahr vor, um die 20 Bücher zu lesen – das mag nun für Bücherwürmer ziemlich wenig sein, aber ich habe einfach viele Interessen und finde auch, dass man ein Buch gerne mal langsam lesen kann, um es auszukosten. Dieses Jahr jedoch habe ich zu meiner eignen Überraschung 30 Bücher geschafft! Ich glaube, ich habe noch nie so viele Bücher in einem Jahr gelesen und muss sagen, auch ein bisschen stolz zu sein.

Adler-Olsen, Jussi: Schändung
Aveyard, Victoria: Red Queen (Englisch)
Banner, Catherine: Die langen Tage von Castellamare
Brontë, Charlotte: Jane Eyre
Christie, Agatha: Die Tote in der Bibliothek
Eggers, Dave: The Circle (Englisch)
Gaethgens, Thomas W.: Anton von Werner. Die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs
Gaiman, Neil: Stardust (Englisch)
Goga, Susanne: Es geschah in Schöneberg
Haig, Matt: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Hardy, Thomas: Am grünen Rand der Welt
Ionesco, Eugene: Die kahle Sängerin
Kloeble, Christopher: Die unsterbliche Familie Salz
Moers, Walter: Die Stadt der träumenden Bücher
Martenstein, Harald: Der Titel ist die halbe Miete
Moyes, Jojo: Ein ganzes halbes Jahr
Navai, Ramita: Stadt der Lügen
Ng, Celeste: Was ich euch nicht erzählte
Pullman, Philip: The Subtle Knife (Englisch)
Stachniak, Eva: Die Schwester des Tänzers
Stedman, M.L.: The Light Between Oceans (Englisch)
Stolz, Bärbel: Isch des Bio
Rowling, J.K.: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Rowling, J.K.: Harry Potter and the Goblet of Fire (Englisch)
Vandermeer, Jeff: Auslöschung
Vandermeer, Jeff: Autorität
Wells, Benedict: Spinner
Wells, Benedict: Von Ende der Einsamkeit
Wilde, Oscar: Das Gespenst von Canterville
Zafón, Carlos Ruiz: Der dunkle Wächter

Die gute Nachricht ist, von den vielen Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe, waren viele richtig gute dabei.  Deshalb fiel es mir wirklich schwer, eine  Entscheidung zu treffen, welche mich am meisten begeistert habe. Die Reihenfolge ist total willkürlich gewählt und die Zahlen sollen keinerlei  Hierarchie darstellen  das gilt durchgängig in diesem Blogpost].  Ich habe versucht, passende Worte zu finden, weshalb mich diese Bücher so fasziniert und begeistert haben und hoffe, dass ich es knapp aber verständlich ausdrücken konnt, falls näheres Interesse an einem bestimmten Buch besteht, habe ich, falls vorhanden (was fast immer der Fall ist), die Rezensionen oben in der Leseliste verlinkt.

Hier meine Hochkaräter des Jahres:

1. „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë

Einer der bekanntesten klassischen Liebesgeschichten hatte ich schon mit der jüngsten Verfilmung mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender lieben gelernt, als ich jedoch im Sommer diese so zarte und gleichzeitig auch kraftvolle Geschichte las, war ich noch viel begeisterter. Besonders die weise, nachdenkliche aber auch sehr eigene Protagonistin Jane schloss ich sofort ins Herz.

2. „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Eine Geschichte über das Leben mit seinen Entscheidungen, den Gefühlen, den Problemen und dem Schmerz aus der Sicht eines aufwachsenden Jungen und später  Mannes namens Jules. Ich finde kaum Worte dafür, wie großartig ich diesen Roman eigentlich finde. Selten hat mich ein Buch so stark nachhaltig beeindruckt und mich selbst Wochen später noch beschäftigt  und tief berührt.  Die Figuren wirken so echt und zum anfassen, wie aus dem echten Leben entommen, man kann vielleicht nicht jede ihrer Entscheidungen verstehen oder nachvollziehen, aber Wells macht es durch seinen sanften Schreibstil unmöglich, nicht mitzufühlen. Das Leiden und Freuen und Mitfiebern in diesem Roman hat etwas ganz besonders interaktives!

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3. „Die langen Tage von Castellamare“ von Catherine Banner

Eine liebevoll geschriebenes Buch über die Familie Esposito, die auf einer kleinen Sizilianischen Insel lebt – über ein ganzes Jahrhundert verteilt. Dabei sind es nicht nur die Eigenarten des italienischen Dorflebens und die revolutionären Veränderungen durch Geschichte und Modernisierung, die mich so fasziniert haben, aber vor allem die kleinen Geschichten und Schicksale der einzelnen, stetig älter werdenden Mitglieder dieser schrulligen Familie.

4. „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes

Ich war recht spät dran dieses Buch zu lesen, aber ich wollte es auf jeden Fall vor dem Film schaffen. Zwar hatte ich viel gutes gehört, wollte es aber nicht wirklich glauben. Ich hatte mich so sehr geirrt. Die Liebesgeschichte von Lou (einer fröhlichen Person und seit kurzen Arbeitslosen) und Will (ein ehemals sehr aktiver und erfolgreicher Mann, der nun durch einen Unfall  vom Kopf abwärts gelähmt ist ) ist anders als alles andere, aber noch viel wichtiger fand ich, dass die Charaktere hier so lebendig und eigen sind, mit ihren Fehlern und Macken machen sie den wichtigsten Teil in diesem Buch aus. Ich habe  Rotz und Wasser geheult!

5. „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers

Wir werden entführt in eine Welt der Bücher: nach Buchhaim in Zamonien! Der Held Hildegunst von Mythenmetz, eine Art Echsen-Dinsosaurier, genannt Lindwurm, stürzt sich in ein gefährliches und waghalsiges Abenteuer – alles, dank eines Manuskriptes. Das Buch ist so reich, originell, verwirrend und wortgewandt und macht unglaublich großen Spaß zu lesen.

6. „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ von Matt Haig

Kurz gesagt: ein wunderbar ehrliches, biografisches Buch über Depressionen, welches Mut und Hoffnung macht, aber auch auf eine sehr gut gemachte Weise aufklärt und gegen die Stigmatisierung von Depressionen ankämpft. Es ist mehr als ein Buch über die Psyche, es hat etwas therapeutisches, etwas beruhigendes, das man nicht alleine ist  mit seinen Ängsten und Problemen und dass diese nicht für immer da sein werden.

7. „Das Magische Messer“ von Philip Pullman (His Dark Materials II)

Die Fortsetzung von Philip Pullmans magischen Abenteuer hat mich kein bisschen enttäuscht – und ich hatte ziemlich hohe Erwartungen, nachdem mich der erste Teil so unfassbar begeistert hat. Die wunderbar freche Lyra und ihr Dämon Pantalamion erleben atemberaubende Abenteuer, doch diesmal können sie zwischen Welten wandern. Zu dem Alethiometer kommt in Band 2 ein weiteres magisches Instrument dazu: ein Messer.

Bei den „Flops“ des bibliophilen Jahres 2016 sind zum Glück nur drei Bücher enthalten, die ich jedoch mit aller Leidenschaft verachte, vielleicht auch, weil ich hohe Erwartungen gehabt habe.

1. „Die Tote in der Bibliothek“ von Agatha Christie

Da ich Klassiker der Literatur so bewundere, glaubte ich unbedingt auch in die modernere Kriminologie der Miss Marple schauen zu müssen. Aus den Filmen hatte ich sie  als eine urige, nette Dame in Erinnerung hatte! Leider sollte sich das nicht für mich erfüllen, das Buch war spröde, öde, nichtssagend, langatimig und in jedem Sinne nicht besonders schön zu lesen. Leider!

2. „Die unsterbliche Familie Salz“ von Christopher Kloeble

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch unbedingt weiterlesen wollt, weil ihr so verzweifelt seid, dass es sich doch noch positiv verändern kann, da die Geschichte eigentlich viel zu bieten hat? Nun, dieses Buch ist es eindeutig nicht wert, am Ende tat es mir einfach nur leid, so sehr meine Zeit verschwendet zu haben. Kurz und knapp gesagt: es ist die Geschichte einer an schattenlose Menschen glaubende Familie, die über einen Zeitraum von 100 Jahren komplett paranoid wird, jedes einzelne Familienmitglied! Der Anfang hatte mich so euphorisch begeistert, doch nach und nach wurde das Buch einfach nur ad absurdum geführt!

3. „Autorität“ von Jeff Vandermeer (2. Teil der Southern Reach Trilogie)

Die seltsamen geographisches und naturwisschenschaftlichen Phänomene eines immer näherkommenden Gebietes namens Area X sollen untersucht werden – doch was ist mit der Organisation, die hinter diesem Untersuchungsprogramm steckt? So sehr hatte ich mich auf die Fortsetzung des unheimlichen Sci-Fi-Mystery Buches „Auslöschung“ gefreut, welches besonders durch sein flottes Tempo glänzt – dahingegen war Teil 2 das absolute Gegenteil,  der Versuch in der Fortsetzung eine andere Perspektive  zu verwenden, scheitert katastrophal. Es ist langatmig, verstörend und einfach schrecklich.

Events

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21.03.: Aurora im Heimathafen Berlin

Ein klassischer Fall von: Vorher habe ich die Musikerin gerne gehört, nach dem Konzert bin ich verliebt in sie. Ich sah Aurora zwei Mal dieses Jahr, einmal auf einem kleinen intimen Konzert in Berlin und dann auf einer großen Bühne in Budapest. Die junge Norwegerin macht mystische, kraftvolle Musik, scheint dabei aber als Person so zart und jung zu sein. Auf der Bühne war sie unglaublich süß, bescheiden und schüchtern, erzählte von ihrem Frühstück und wirkte unglaublich bewegt von der begeisterten Menge. Doch wenn sie anfing zu singen, wirkte Aurora wie in  Trance und zeugte von so viel Stärke, dass man es im eigenen Körper fühlen konnte. Einfach nur großartig!

26.03.: Linie 1 Musical im Grips Theater

Schon seit Jahren musste ich mir anhören, dass ich das legendäre Berlin-Musical nicht kenne. Nun, dieses Jahr haben mich meine besten Freunde kurzerhand  zu diesem Kult-Musical eingeladen. Auch, wenn es nach der Aufführung durchaus kritische Stimmen meiner versierten Freunde gab, die Linie 1 in und auswendig kannten, muss ich sagen: Berliner Schnauze, Berliner U-Bahn, wunderbare Songtexte, schrullige Figuren und viel zu lachen. Mir hat es echt gut gefallen!

07.05.: Don Giovanni Oper in der Komischen Oper

Dass die Komische Oper in ihren Inszenierungen sehr eigen ist, eilt ihr als Ruf voraus, aber diesmal durfte ich es selbst miterleben. Auch dieser Besuch war ürbigens ein Geschenk. Als großer Klassik- und Mozartfan hatte ich schon lange davon heimlich geträumt, Don Giovanni eines Tages zu sehen, vor allem nachdem ich die legendäre Endszene mehrmals in dem Film „Amadeus“ gesehen hatte. Nun, es war schon recht speziell, besonders der Humor; manchmal neigte der Hauptdarsteller zu spontanen herumalbern und urkomischen, aber auch peinlichen Einlagen. Die Kostüme waren expressionistisch und bunt, doch die Musik… ein Traum: leidenschaftlich und impulsiv! Ich möchte unbedingt eines Tages eine klassische Inszenierung dieses Werkes sehen, aber diese moderne Interpretation hat mir durchaus gefallen, obwohl ich manchmal sehr verwirrt war.

12.07.: Yamato – Drummers of Japan in der Komischen Oper

Japanische Trommeln aller Größen, viel Muskelkraft und eine Show zwischen Mystik und traditionellem Kampf. Kann man über einer Stunde Trommeln zuhören? Anfangs war ich skeptisch, doch als ich im Saal saß und die Truppe leidenschaftlich anfing loszuschlagen, war ich wie angesteckt! Ich brauche ihre Musik nicht ständig zu hören, aber als Show sind Yamato ziemlich toll.

19.07.: Les Ballets Trockadero de Montre Carlo in der Komischen Oper

Männer in Tutus nehmen klassisches und modernes Ballett ordentlich auf die Schippe! Da konnte ich nicht nein sagen. Diese sehr eigene Ballettkompanie schafft es auf quietschig bunte und glitzerne Art, die legendärsten Momente im Ballett ad absurdum zu führen: Der sterbende Schwan mausert plötzlich  und in Don Quijote drehen alle durch. Dabei ist es definitiv kein geschmackloser Slapstick-Blödsinn, sondern wirklich lustig und vor allem extrem professionell getanzt. Ich besuchte diese Vorstellung mit einer Freundin, die im Gegensatz zu mir (ich habe mehrere Jahre Ballett getanzt) überhaupt keinen Bezug zu dieser Tanzkunst hatte und auch sie war begeistert. Mir hatte der Abend unglaublich Spaß gemacht!

10-17.08.: Sziget Festival Budapest

Ich hatte schon ziemlich ausführlich über dieses unvergessliche Erlebnis berichtet, aber ich möchte noch einmal kurz anklingen, dass dieses bunte, riesige Festival so viel Charme hat, unglaublich gut durchdacht und beruhigend gut organisiert ist, dass ich jedem Festival-Liebhaber den Besuch empfehlen kann. Die pulsierende Stimmung war unvergesslich und das Line-Up ein herrlicher Mix von bekannten Musikern diverser Genres.

11.09.: Lollapalooza Festival Berlin

Schon letztes Jahr hatte ich dieses Festival besucht, da fand dieses jedoch noch auf dem Tempelhofer Feld stand, einem ehemaligem Flughafen Feld. Es war für mich das erste Erlebnis dieser Art und ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß, auch wenn es ziemlich chaotisch war [Lollapolloza 2015]. Dieses Jahr jedoch waren die ziemlich satten Tickets noch ein Stückchen teurer, dafür die Veranstaltung in einem Park, der danach absolut zerstört war. Die Preise vom Essen waren… nicht mein Budget. Nun hatte ich mich aber auf Musiker wie Milky Chance und Radiohead gefreut, woran ich absolut nichts zu meckern habe, doch die Hitze, der Staub, von dem man nichts sehen konnte, waren neben der Tatsache, dass es einfach zu voll war, absolut erschreckend. Irgendwie fühlte ich mich nicht mehr so wohl und war letztenendes enttäuscht, da das Festival  so plump und kommerziell ausgerichtet war, statt mit Liebe und Freude gestaltet (was ein großes Festival durchaus kann, wenn ich an meine Erfahrungen mit dem Sziget zurückdenke!).

04.10.: Passenger im Tempodrom

Ähnlich wie bei meiner Erfahrung mit Aurora kann ich auch hier nur sagen: ein super charismatischer Musiker, der sein Publikum in den Bann zieht. Er erzählte wunderbare Anekdoten, sang Covers, aber auch eigene Songs und brachte die Menge mehrmals zum Mitsingen. Seine unglaublich bewegende Stimme sorgte für eine melancholische und verzauberte Grundstimmung. Zudem muss man sagen, dass der Tempodrom echt faszinierend gebaut ist, einem futuristischem Zirkuszelt ähnlich!

Filme

Kinobesuche:

Ich muss auch ein wenig über diese besonders kleine Auswahl schmunzeln, lustigerweise folgten die ersten beiden und die letzten beiden direkt aufeinander und dazwischen klaffte ein halbes Jahr eine Kinolücke. Vielleicht schaff ich es im nächsten Jahr häufiger!

The Danish Girl
Brooklyn
Inferno
Doctor Strange

Lieblingsfilme 2016:

In manchen Jahren sehe ich mehr Filme, in anderen lese ich eher. Dieses Jahr scheint mich eher zum Lesen inspiriert zu haben. Hier mache ich es knapp, weil ich zu Teilen ziemlich ausführliche Rezensionen verfasst habe. Dennoch lässt sich eine Gemeinsamkeit in all diesen Filmen erkennen: Eine besondere Liebesgeschichte und eine starke Frau in der Hauptrolle!

1. Ein ganzes halbes Jahr

Genauso wie der oben erwähnte Roman begeisterte mich der Film ungemein. Nicht nur wegen der tollen Schauspielern und des romantischen Scores von Craig Armstrong, sondern weil der Film bis auf marginale Abweichungen wunderbar die Buchvorlage wiederspiegelt und ihr auch ebenbürtig ist, die Figuren Will und Lou (aber auch die Nebencharaktere) wurden genauso interpretiert, wie ich sie mit vorgestellt habe. Ganz ganz toll!

2. Die Herzogin

Was wäre ich ohne einen Historienfilm nach einer wahren Begebenheit? Diesmal handelt es sich um die Geschichte der Gerogiana Cavendish, Duchess of Devonshire und eine der faszinierendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit: politisch aktiv, bildschön und in einer grausamen Ehe gefangen. Mit Keira Knightley in der Hauptrolle und herrlich prächtigen Kostümen schwankt dieser Film zwischen grausamer Realität und der äußeren Fassade eines glamourösen Filmes.

3. Suite Française

Dieser Film ließ mich ganz lange nachdem ich ihn gesehen habe, nicht los. Vor ab will ich sagen, dass ich definitiv noch die Romanvorlage lesen muss, um diese schrecklich traurige Liebesgeschichte besser zu verstehen. Das nahezu unaussprechliche Phänomen wird in dem Film zur Wahrheit: im besetzen Frankreich verlieben sich eine verheiratete Französin und ein deutscher Offizier ineinander – was natürlich nicht geht. Der Film hat etwas seltsam ruhiges, aufwühlendes und quälendes , aber auf eine brutal schöne Weise. Und der Soundtrack ist ein Traum…

Neu entdeckte Lieblingsmusiker

The Lumineers

Zwar kannte ich die amerikanische Band schon länger, allerdings hatte ich sie nie wirklich war genommen – bis mir YouTube vor ein paar Monaten vorschlug das Video zu ihrem neuen Song „Sleep on the Floor“ zu sehen. Ich war neugierig… und verliebte mich in diesen melancholischen Song. natürlich hörte ich auch sofort danach das ganze neue Album „Cleopatra“ an und fand ein paar neue Lieblinsglieder, u.a. „Ophelia„.

Tom Rosenthal

Ein melancholischer Indie-Musiker, den ich durch den YouTuber Will Derbyshire (der übrigens auch toll ist!) kennengelernt habe. Seine Texte sind so tiefgründig und berühren auf einer nachdenklichen, poetischen Ebene, die einen aber nicht herunterziehen, sondern in Hoffnung und mit einem warmen Gefühl hinterlassen. Besonders gefallen mir „Ian“ und „Bob in the Rain and the Lizard of Hope„, die ich nur wärmstens empfehlen kann, besonders an grauen und regnerischen Tagen mit einer Tasse Tee.

Max Richter

Der Komponist erinnert etwas an Philip Glass mit seinen ruhigen Klavierelementen. Erst Mitte des Jahres merkte ich, wie viel ich von ihm kannte, aber es nicht in seiner ruhigen Schönheit wertgeschätzt hatte. Zugegebenermaßen, etwas traurig ist seine Musik schon, lädt allerdings so wunderbar zum Träumen ein und berührt jedes Mal beim Hören etwas ganz tief in mir. Am meisten liebe ich „Vladmir’s Blues“ und „I will not forget You„.

Bosse

Ihn kannte ich schon vor diesem Jahr, aber das ich seine Musik tatsächlich intensiv höre und genieße, habe ich ein paar beharrlichen Freunden zu bedanken. Ich bin ziemlich begeistert von der Wortgewandtheit und der Kraft in Text und Melodie dieses Künstlers! Dieses Jahr haben mir besonders „Schönste Zeit“ , „Liebe ist leise“ und „Dein Hurra“ gefallen und ich habe sie ständige rauf und runter gehört.

Hui, das ist irgendwie länger geworden, als ich es erwartet habe. Ich hoffe, ihr hattet ein gutes Jahr mit vielen tollen Filmen, Erlebnissen, Büchern und gutem Essen! Was habt ihr erlebt und welche Filme und Bücher – vielleicht  aus dieser Liste?-  sind euch ans Herz gewachsen?
An dieser Stelle möchte ich mich außerdem für die vielen lieben und auch konstruktiven Kommentare bedanken, sowie eure Likes und Follows, die mich so motivieren, hier weiterzuschreiben!

Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich schon aufs Tippen, Lesen, Bloggen und Fotografieren!

Alles Liebe,
Katha

His Dark Materials II

Autor: Philip Pullman
OT: The Subtle Knife
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1997
Verlag: Scholastik UK Ltd.
Preis: £ 7.99 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1407130231
Länge: 325 Seiten

Der zweite Teil der His Dark Materials Reihe.
Auf Deutsch unter dem Titel „Das Magische Messer“ erschienen.

Der 12 jährige Will befindet sich auf der Flucht, seit einiger Zeit werden er und seine Mutter von mysteriösen Fremden bedrängt. Nachdem er seine Mutter einer guten Bekannten anvertraut hat, rennt er selbst verwirrt durch die Stadt Oxford,  bis er plötzlich an einer Straße einen Schnitt in der Luft entdeckt, der ihn zu einer ganz anderen, seltsamen Welt und zu einem Mädchen namens Lyra führen wird.

Ähnlich wie Teil eins habe ich auch den zweiten Band innerhalb kurzer Zeit verschlungen! Man wird schnell in die Handlung reingeworfen und danach nimmt die Geschichte mit Beständigkeit an Energie und Geschehen auf, verdammt spannend geschrieben bekam ich dann und wann ganz schön Herzklopfen vor Aufregung, was als nächstes geschehen würde.

Die Idee der mutigen und manchmal auch ziemlich naiven Lyra einen nachdenklicheren, weniger impulsiven Partner an die Seite zu stellen, wirkt am Anfang recht fremd, da es etwas ungewohnt ist, allerdings wird schnell klar, dass die beiden eine Art Bestimmung teilen und sich hervorragend ergänzen. Will ist ein etwas weniger leicht zugänglicher Charakter als Lyra, dennoch konnte ich ihn schnell ins Herz schließen.

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Auch das Cover ist wieder wunderschön: Ein sehr gut durchdachtes Design, das auf verspielte Art und Weise die wichtigsten Elemente das Buches darstellt, die man jedoch während des Lesens erst entdeckt oder auch schon durch Band eins in Teilen erahnen kann. Wer ist der Mann im Ballon? Wessen Dämonen sind dargestellt? Wer ist die Hexe und so weiter – einfach brilliant!

Das besondere an diesem Teil ist, dass die Paralleluniversen und das Springen zwischen ihnen ein wichtiger Teil ist und damit man nicht durcheinanderkommt, gibt es an den Seitenrändern des Buches stets ein kleines Symbol, welches auf die Welt hinweist, in der gerade die Handlung spielt – das hilft wirklich gut gegen mögliche Verwirrung!

Eine kleine Anmerkung am Rande: Man findet die His Dark Materials  Reihe vor allem in der Jugendabteilung und zum Beispiel  unter Amazon mit der Alterseinstufung von 12-16 Jahren. Das empfinde ich aus zweierlei Gründen als falsch: Nur weil Kinder die Hauptrollen spielen, ist dies keineswegs „nur“ Jugendliteratur, doch leider, weil es nur im Bereich der Jugendliteratur zu finden ist, werden viele Erwachsene wahrscheinlich eher nicht zu diesen wunderbaren Büchern greifen, was schade ist. Außerdem glaube ich, dass die Bücher – zumindest auf Englisch macht es den Eindruck – viele verstecke gesellschaftskritische Aspekte erhält, die man erst als Teenager oder Älter überhaupt merken kann.
Zu guter letzt möchte ich betonen, dass vor allem der zweite Teil schon einiges an Brutalität erhält, die zum einen ziemlich ungewöhnlich für Protagonisten von 12 Jahren ist, aber ich denke auch, für manchen 12 jährigen nicht ganz ohne, beziehungsweise nicht unbedingt für jüngere Leser geeignet. Der Roman ist ziemlich schonungslos in seinem Geschehen und deutet nicht unbedingt auf ein Happy End hin, was die Wendungen auch recht unvorhersehbar macht.

Tatsächlich ist das Alter der Protagonisten mein einziger Kritikpunkt, Abenteuer hin oder her, es erscheint mir ziemlich grausam und unrealistisch, dass 12 jährige so eine waghalsiges Abenteuer durch Zeit und Raum mit derartig viel Mut (vielleicht auch Leichtsinn) beschreiten.

Vor allem durch den so metaphorischen Schreibstil, schafft Pullman die Idee seiner Parallelwelten unglaublich überzeugend umzusetzen. Durch die vielseitigen Charaktere und das wechselnde Setting mit der Magie und den Intrigen, werden die ersten zwei Bände zu Juwelen ihres Genres – ich bin wirklich aus dem Häuschen!

THE VERDICT: Eine absolut gelungene Fortsetzung des ersten Teils, die definitiv auf mehr neugierig macht. Viel Action, viel Magie, tolle Charktere und faszinierende Welten! 8,5 von 10 Sternen

Love, Katha

Autumn Faves #16

Moinsen!

Erstmal: Allen einen schönen Zweiten Advent! Die Weihachtssaison ist am brodeln, aber ich möchte gerne noch einen Blick zurück auf die letzten Monate werfen.

Nachdem ich mit meinen Monthly Faves aufgehört hatte, weil ich es schwierig fand, jeden Monat neue Lieblinge zu finden, da ich schlichtweg nicht so viel kaufe, ohne mich zu wiederholen, habe ich mich etwas unvollständig gefühlt.
Für mich gilt beim Bloggen immer: Qualität über Quantität! Vor allem, da ich noch meine olle Handykamera benutzen musste und die Bilder auf Blogniveau ziemlich groß sind, war mir die nicht so gute Qualität etwas unangenehm, aber nun, wo ich meine Spiegelreflex habe, ist natürlich alles anders, aber vor allem : scharf!
Es hat mir irgendwas gefehlt neben den ganzen Rezensionen, immer wieder wollte ich ein paar Dinge vorstellen, allerdings wusste ich nicht, unter welcher Kategorie! Deshalb möchte ich jetzt Lieblinge für jede Jahreszeit zusammenstellen, weil ich so mehr Zeit habe, um die besten Dinge herauszusuchen. Es ist etwas experimentell, ich weiß noch nicht, ob ich das Format behalte, aber wenn du es interessant findest, lass es mich wissen!

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1. Lieblingspullover

Ich weiß, ich weiß. Diese Schnürgeschichten sind gerade absolut modisch und ich kaufe eigentlich lieber zeitlose Sachen… aber ich konnte nicht widerstehen. Der Pullover ist sehr kuschelig und warm, sieht kombiniert aber auch einzeln toll aus. Ich liebe es einfach, dass er so ein schönes, helles grau hat und duch das weiße Band zu etwas besonderem wird.  Wer mich normalerweise in der Uni sieht, wird feststellen, dass ich fast nur noch in diesem Pullover lebe!

2. Passenger Konzert im Tempodrom

Irgendwie wird man nach einem Konzert immer noch ein größerer  Fan des Musikers als zuvor. Zumindest ist das mein Eindruck, vielleicht hatte ich bsiher auch nur Glück und habe stets gute Konzerte erwischt.
Es war mein erster Besuch im Berliner Tempodrom, der aussieht wie ein futuristisches Zirkuszelt, welches aber eine großartige Akustik bietet. Aber nun zu Passenger, den wahrscheinlich viele, mich eingeschlossen, durch seinen Song „Let Her Go“ kennen. Er selbst bekundete jedoch, seitdem es „Let It Go“ aus dem Disey Film „Frozen“ gibt, verfolge  ihn die Verwechslung wie einen Fluch. Alles in einem war es ein wunderbarer Abend, Passenger erzählte viel von den Hintergründen seiner Songs, vom Wandern als Straßenmusikant, von Dingen, die ihn nerven oder ihn begeistern. Regelmäßig forderte er sein Publikum zum mitsingen auf. Obwohl es eine recht große Halle war, hatte man den Eindruck, dass er auf einer ganz persönlichen Ebene zu seinem Publikum sprach. Mal sang er mit der Band, oder allein mit der Gitarre, aber die ganze Zeit strahlte er eine warme, faszinierende Persönlichkeit aus. Es war einfach Gänsehaut pur!

3. Essie Nagellack in „Wicked“

Dunkelrot, fast schwarz und wunderschön glänzt dieser Nagellack auf den Nägeln, je nach Licht scheint er mehr rötlich oder kastanienfarbend, ist aber eine wärme und tolle Abwechslung zum düsteren schwarzen Nagellack. Ich  bin zwar in letzter Zeit etwas seltener am Lackieren, aber auf die gute Qualität der Essie Nagellacke komme ich immer gerne zurück.

4. Kinoliebling: Doctor Strange

Zugegeben, ich war diesen Herbst nur zwei Mal im Kino (und das innerhalb von drei Wochen), aber Doctor Strange hat mich in jeder Hinsicht nachhaltig beschäftigt und mir gut gefallen. Natürlich gibt es einige Kritikpunkte, auch bei der Logik dieses Films, andererseits macht es einfach Spaß, dieses Marvel-Film zu sehen, er ist gut gemacht und großartig besetzt. Alle Details und die komplette Rezension gibt’s hier.

5. Jutebeutel der Humboldt-Universität zu Berlin: ISW

Am zweiten Tag der sogenannten OWO (Orienterungswoche) an meiner Uni gab es diese hübschen Jutebeutel gratis verteilt. Nicht nur eine schöne Geste, die einem absolut zu Berliner Studenten-Hipster transformiert, sondern auch praktisch! Der Beutel hat längere Träger, wodurch er etwas niedriger hängt als ein gewöhnlicher Beutel. Und es ist einfach schön, etwas vom eignen Institut zu besitzen.

6. Downton Abbey Staffel 6 (Finale Staffel)

Das ist tatsächlich schon ein bisschen länger her, aber dennoch erwähnenswert! ich denke, ich habe die letzte Staffel meiner Lieblingsserie gegen Anfang September gesehen und später nochmal mit meiner besten Freundin Charlie durchgesuchtet. Wer bis zur fünften Staffel durchgekommen ist und ein bisschen von dem Verhalten mancher Charaktere genervt war, wird hier sehr glücklich werden. Ich will natürlich nicht spoilern, allerdings kann man sagen, dass diese Staffel der Serie einen krönenden Abschluss verleiht – der urige Mr Carson, die ewig zankenden Schwestern Mary  und Edith, die Frage nach der Liebe, der Wandeln der Zeit und das langsame Austerben der Aristokratie und des Adels… Ach ja, Downton!

7. Buchiebling: Harry Potter and the Goblet of Fire

Der vierte Harry Potter Band war wie seine Vorgänger nach einfach super und begeisterte mich immer mehr für diese tolle Buchreihe, auch wenn der mittlere Teil ungewöhnlich langsam verlief, hatte ich viel Spaß beim Lesen. Besonders liebe ich diese herrlichen englischen Bloomsbury Ausgaben! Ich habe auch schon vor ein paar Wochen eine Rezension geschrieben, also wer am ausführlichen Urteil interessiert ist, findet es hier.

8. Bullet Journaling (Bujo)

Diese Idee kam eigentlich von meiner besten Freundin. Davor hatte ich dann und wann auf Instagram mal Bujos gesehen, wusste aber auch nicht genau, was das ganze soll. Nun muss ich sagen, dass ich echt dankbar bin, dass mir das ganze vorgestellt wurde, denn Bujos erleichtern mir den Alltag. Einerseits ist es eine organisierte, aber auch kreative Art To-Do Listen und andere organisatorische Dinge zu planen, andererseits habe ich nun meine ganze Zettelsammlung in einem schönen Noitzbuch. Für mich ist es besonders gut, weil ich mir jede Seite so einteilen kann, wie ich will, nichts ist vorgegeben, man hat so viele Möglichkeiten, sich zu entfalten. So kann ich neben dem Üblichen auch Kreativlisten und Weihachtsideen notieren und eine Art „Tracker“ einbauen, der mich zum Beispiel daran erinnert, genügend Wasser zu trinken. Aktuelle probiere ich noch herum, welches System mir gut passt, wie ich die Seite anordnen kann, aber ich finde es großartig, einfach alles an einem Platz zu haben (und es auch wiederzufinden!)

Für alle interessierte, habe ich hier mal ein paar Tutorials verlinkt, die ich ziemlich schön und praktisch finde.

9. Classic Chai Yogi Tea (loser Tee)

Ich liebe diesen Tee! Eigentlich mag ich eher fruchtige und leichte Tees, aber jetzt bei der Kälte und den überall herumschwirrenden Erkältungs- und Grippeviren, genieße ich es total, diese aufbauenden, von innen wärmenden, würzigen und leicht scharfen Tees zu trinken – für die Stärkung am Morgen oder zwischendurch. Es wird zudem empfohlen, den Tee mit Milch zu trinken, aber den Clou daran habe ich leider noch nicht entdeckt.

10. Lieblingssongs und Ohrwürmiger

Meine absolute Nummer eins, einer der besten Songs, die ich seit langem gehört habe, ist Sleep On The Floor“ von The Lumineers. Ich empfehle es mit ganzen Herzen, ihn zu hören und sich das großartige Video ansehen!! Ich entwickle mich gerade sehr zum Fan von ihnen…

Hui, das ist überraschend lang geworden! Ich wünsche eine schöne vorweihnachtliche Zeit und freue mich schon auf Kommentare. Bist du vielleicht Fans von Passenger und /oder Downton Abbey? Was für Tee findest du für den Winter großartig?

Lass es mich wissen!

Love, Katha

Die Schwester des Tänzers

Autor: Eva Stachniak
DT: Die Schwester des Tänzers
OT: The Chosen Maiden
Genre: Historischer Roman, Biografie
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2016
Verlag: Insel Verlag
Preis: 15.95€ (broschiert)
Länge: 570 Seiten
ISBN: 978-3-458-36178-7

Der Roman handelt von dem russisch-polnischen Duo, der Tänzerin Bronislawa Nijinksa und ihrem Bruder Waslaw Nijinska, die im 19. Jahrhundert in der Truppe „Ballet Russes“ Weltruhm erreichten und heute noch eine wichtige Rolle im Ballett spielen. Hier wird die Geschichte des ungleichen Geschwisterpaars zum Roman.

Schon von klein auf, war Bronislawa Nijinska dazu bestimmt, eine Ballerina zu werden, viel harte Arbeit, die Strenge ihrer Eltern, beide ebenfalls Tänzer, bestimmen das Leben des Mädchens. Auch ihre beiden Geschwister Stassik und Waslaw ist dieses Schicksal vorherbestimmt. Gemeinsam wachsen sie Anfang des 20 Jahrhunders in Sankt Petersburg auf. Während es sich herauskristallisiert, dass Waslaw zum Tanzen geboren ist und mit Leichtigkeit auf der Bühne schwebt, steht Bronia in seinem Schatten. Doch auch in ihrer Familie gibt es Veränderungen und Russland erlebt zeitgleich ebenfalls eine Umwälzung.

Der Roman spielt zwischen 1894 und 1939 ,ist in mehre Lebensabschnitte gegliedert und wird aus Bronias Perspektive erzählt, manchmal springt sie zwischen den Zeiten und macht Überlegungen, die sowohl Vergangenheit als auch Zukunft berühren können.
Anders als alle anderen Bücher die ich bisher las, verwendet Eva Stachniak eine sehr besondere Erzählweise: Es wirkt, als spräche man mit der alternden Bronia, ähnlich wie eine alte Dame, die von ihrem Leben berichtet. Es gibt kein Jetzt,  fast wie eine Biografie, bloß in dem Stil, ja in dem Gewand eines Romans, wird von den Höhen und Tiefen, Kämpfen und Schwierigkeiten eines Lebens berichtet. Dabei ist die Geschichte so detailliert, dass es fast schon unmöglich scheint, so genau recherchiert zu haben, doch es kann ja gar nicht anders sein, weil Stachniak es schafft, sehr authentisch und überzeugend zu schreiben.
An die etwas eigentümlichen Schreibstil muss man sich jedoch gewöhnen. Selbiges gilt für polnische Begriffe, die jedoch fast immer übersetzt werden und natürlich Ballett-Fachvokabular. Als großer Fan des Balletts, und weil ich in meiner Kindheit für mehrere Jahre selbst getanzt habe, waren mir die Begriffe natürlich vertraut, allerdings kann man als Neuling sich damit schwer tun, denn Stachniak legt viel Wert auf einzelne Tanzseuqenzen und ihre Beschreibungen.

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Als einen großen Nachteil empfand ich, dass ich mit Bronia nie richtig warm werden konnte. Sie war stets da, stets faszinierend, ihre Entscheidungen waren manchmal seltsam, unbegründet, abrupt, aber häufig nachvollziehbar. Was bleibt, ist jedoch die Distanz zum Charakter, sie wirkt kalt und streng und in den wenigen Momenten, wo sie aufweicht, sie etwas berührt, bleibt die Handlung so kurz, wie bei ihrer ersten Schwärmerei, das eine Gefühl von Resignation bleibt. Sie erlebt dabei so viel, das reiche für einen ganzen Tolstoi-Roman! Schicksalsschläge, Leid, Freude, aber mit dem Erzählstil verblaßte dieses Potential in Mittelmäßigkeit.

Neben Bronia spielt natürlich ihr begabter Bruder Waslaw eine Rolle. Es ist wirklich beeindruckend, wie stark Bronia Neid, Missgunst und diesem Schatten trotz, sie ist eine starke Frau, aber neben ihrem Bruder fast unsichtbar. Dieser ist recht sonderbar, impulsiv, wird gehasst und geliebt, es wirkt, als sei er am Rande des Wahnsinns, ein Mensch, der besessen vom Ballett, besessen von Revolution im Tanz, sich selbst nicht versteht. Letztlich war er für mich stellenweise sehr viel interessanter als seine Schwester, aber die Idee, das Licht auf die historisch weniger bekannte Figur zu setzten, ist eine schöne.
Nur leider ist die Umsetzung, wie schon erwähnt, manchmal unglaublich schwer zugänglich, Bronia lebt, aber nicht so richtig vor meinem geistigen Auge. Interessant ist der Roman alle mal, nur leider fehlt es an Energie und an Spannung. So las ich das Buch nebenbei in der Bahn, fasziniert vom Ballett, von diesem Leben, aber ich hätte mir mehr gewünscht. Vielleicht waren meine Anforderungen aber zu hoch, denn für eine Biografie ist das Buch sehr gut, nur nicht für einen Roman. Vor allem das Ende hinterließ mich mit Fragen, es war alles und nichts gleichzeitig.

Allerdings möchte ich das wunderschöne Cover loben, es wirkt herrlich winterlich, ästhetisch und russisch. Leider kommt an dieser Stelle wieder ein Aber! Denn während des Lesens erfährt man wiederholt, dass Bronislawa Nijinska eine kleine, eher muskulös-stämmige Frau war, was die Dame auf dem Bild leider nicht ist. Ferner ist diese broschierte Ausgabe ungewöhnlich , ja seltsam schwer für ein etwas größeres Taschenbuch.

THE VERDICT: Obwohl großartig recherchiert, hinterlässt mich dieses Buch mit einem unbefriedigten Gefühl. Die Ballett-Welt wird hervorragend porträtiert, nur der Hauptcharater bleibt jedoch schwer zugänglich. Meine Erwartungen wurden leider nur halb erfüllt: Die Geschichte ist großartig, aber die Erzählungweise strotzt vor Mittelmäßigkeit. 6,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Harry Potter #4

Autor: J. K. Rowling
OT: Harry Potter and the Goblet of Fire
Genre: Fantasy
Sprache: English
Ersterscheinung: 2000
Verlag: Bloosmbury
Preis: 8.99 Pfund (Taschenbuch)
Länge: 617 Seiten
ISBN: 978-1-4088-5568-3

Auf Deutsch unter „Harry Potter und der Feuerkelch“ erschienen.

Das vierte Jahr in Hogwarts soll für Harry Potter ein wenig anders werden, denn dieses Jahr findet  das Trimagische Turnier statt. Hierbei werden die Schüler von mindestens siebzehn Jahren dazu aufgerufen, ihre Schule in dem Wettbewerb zu vertreten. Denn neben den Hogwarts-Schülern reisen auch die zwei anderen großen europäischen Schulen an: Beauxbaton und Drumstrang. Ihre Namen werden in den Feuerkelch geworfen, der die Bewerbungen prüft und die drei Würdigen schließlich bekannt gibt. Doch als aus dem Kelch die Auserkorenen gezogen werden, geschieht das unglaubliche: anstatt drei, sind vier Namen enthalten: Cedric Diggory aus dem Hause Hufflepuff, Fleur Delacour von Beauxbaton, Viktor Krum aus Drumstrang und auch Harry Potter. Trotz heftigen Debatten soll auch Harry an dem Turnier teilnehmen, aber er weiß noch nicht, was ihm blühen wird…

Schon die Tatsache, dass der vierte Band ein ganz anderes, außergewöhnliches Element enthalten sollte, gab mir ein aufgregtes Kribbeln. Doch hinterließen die ersten 150 Seiten ein wenig Resignation bei mir, denn statt dem gewohnten, flotten und spannenden Tempo der zu vorigen Bände, eiert Harry wortwörtlich durch das Geschehen: einerseits freut er sich an dem Turnier teilzunehmen, doch seine Freundschaft zu Ron leidet darunter und zwischen dem ersten und zweiten Turnier passiert auch nicht sonderlich viel.

Nach und nach grenzt sich auch Hermine von ihren Freunden ab und irgendwie befindet man sich als Lesende*r in einem gewissen Tief, weil nichts so richtig läuft. So kam es auch, dass ich das Buch für einige Monate zur Seite legte, doch einmal wieder angefangen, und die etwas leere Mitte des Romas überwunden, kam alles ins Rollen, Ereignissen überschlugen sich und die so geliebten Abenteuer, von denen diese Bücher ja leben, kehrten mit voller Wucht ein!

So ist der vierte Teil auch mit Abstand dicker als seine Vorgänger und es geschieht ein gewisser Schnitt: nicht nur die Charaktere werden älter, sondern auch der Schreibstil detaillierter und es gibt viel zu Enthüllen.

Spätestens nach dem dritten Band kann ich sagen, dass ich mich wirklich zum Fan entwickle, was sich für mich im vierten Band nur bestätigt hat.

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Die Psychologisierung von Ron, Harry und Hermine  im diesen Teil ist besonders gelungen (und auffällig!), da das Trio  im vierten Band, folglich mit 14 Jahren, in ein stark pubertäres und emotionales Alter kommt, wo die kleinste Sache mal zum Elefanten werden können. Neid, Missgunst, die ersten zarten Gefühle und natürlich auch Mobbing durch Draco Malfoy und sein Gefolge stehen ander Tagesordnung. Man merkt, wie die Charaktere älter werden und welche Konflikte, die man in diesem Alter auch erlebt hat, sie prägen. Zwar lese ich die Bücher nun mit einer Retrospektive auf  meiner Pubertät, allerdings denke ich auch, dass es großartig seien muss, mit diesen Helden aufzuwachsen.

Auch in diesem Band gibt es einen neuen Lehrer in Verteidigung gegen die Dunklen Künste, wie es kaum hätte anders seien können: Mad-Eye Moody, früher als Auror tätig und somit einer der größten Gegner von Voldemorts, nimmt auf Dumbledores Bitte die Stelle an. Etwas schrullig und fast schon unheimlich durch sein magisches Auge, wuchs er mir sofort ans Herz. Doch nicht nur als Figur ist er absolut faszinierend, sondern lehrt die Unverzeilichen Flüche, es geht also magisch ins Eingemachte. Wenn Dickens über magische Figuren geschrieben hätte, wäre Moody definitiv sein Liebling.

Eine Anmerkung am Rande: Ich habe den vierten Teil auf Englisch gelesen und währenddessen auch beschlossen, die Nachfolger auf Englisch zu lesen. Zum einen, weil es natürlich das Original ist und in Übersetzungen häufig Dinge verloren gehen können, aber noch viel eher, weil es lebendiger wirkte und der sprachliche Witz so viel besser zur Geltung kam. Zusätzlich fühlte ich mich durch das Englische Hogwarts irgendwie näher, aber das ist alles natürlich nur subjektives Empfinden und beide Sprachen sind definitiv mindestens gut. Ferner sind die englischen Cover von Jonny Duddle einfach brilliant mit ihren detaillierten Illustrationen und den goldenen Lettern und Sternen!

THE VERDICT: Am Anfang etwas mau, entwickelt sich der vierte Harry Potter Band mindestens ab der Hälfte zu einem sehr spannenden Roman, voll neuer Charaktere und magischen Abenteuern, von denen man nicht mehr loskommt. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil! 8 von 10 Sternen.

Love, Katha