Schweiz-Reise #4: Matterhorn

Grüezi!

Was ist Freiheit? Kann der Mensch frei seien? – Einen Reisebericht mit zwei derart wichtigen philosophischen Frage zu beginnen, mag eigentümlich erscheinen, aber es spiegelt gut wieder, was ich gedacht und gefühlt habe während meines Aufenthaltes in der Bergen, genauergesagt in Gornergrat.

Die Alpen, in diesem Fall die Schweizer Alpen, sind ein besonderer Ort. Von so vielen Menschen jährlich besucht, beobachtet, fotografiert, bewandert, bestiegen und dennoch wirken diese Berge wie ein Symbol für eine unendliche Ferne und der Freiheit auf mich. Hoch oben, wo schon längst keine Bäume mehr wachsen und kleine blaue Blümchen fleckenweise das ausgetrocknete Gras besprenkeln, welches herrlich knuspert, wenn man drauf tritt. Eine Welt, die den Sommer auf eine andere Weise erlebt: Mit Schnee und Eis, wenn auch auf Grund des Klimawandels mit weniger. Wenn man dort oben zwischen den Spitzen der hoch über einen auftürmenden Felsen steht, dort, wo man noch hinwandern kann ohne Kletterausrüstung, bei ca 3000m Höhe, fühlt man wie kostbar es ist, diesen Moment besitzen zu können. Wie schön es seien kann, wenn das einzige Geräusch neben wenigen Touristen vor allem das Plätschern von Schmelzwasser ist und die Luft so gut ist, dass man sie förmlich durch die Nebenhöhlen sich ausbreiten spürt und die Sonne auf einen brennt, wo es keinen  Schutz im Schatten gibt. Diese Mischung aus Ruhe, Verlassenheit, Freiheit, Unendlichkeit, Reinheit und Schönheit überflutete mein Herz.

Ich denke, dass wenn man die Schweiz besucht, das Matterhorn wie ein Wahrzeichen scheint, die spezielle Steinformation, welche die berühmte Toblerone schmückt und für mich war es wichtig, diesen schönen Ort zu sehen – weiß Gott, wann ich das nächste Mal die Möglichkeit habe, dieses Land zu besuchen. Die alpine Sehnsucht ist stark, wenn man stets nur Berge in der Ferne sieht, egal ob man in Bern, Laupen, Luzern oder am Thunersee ist. Man muss  aber auch irgendwie dahinkommen – und das ist leider erschreckend teuer. Schon die Strecke von Visp nach Zermatt mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn war schön: Kleine Dörfer, Wiesen, die man schlichtweg Ricola-Wiesen taufen könnte, grasende Ziegen und Kühe und alles bei bezaubernden Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen.

Unser Glück war, dass die Saison erst vor ein oder zwei Tagen begonnen hatte und die Aussichtsplattform in Gornergrat (gut 3000 m Höhe) ganz gut besucht, aber bei weitem nicht voll war. Erreichen ist dies von Zermatt aus mit der Gornergrat Bahn, einer Zahnrad-Bahn, also einer Bahn die besonders steile Strecken befahren kann. Auch schon auf dieser Fahrt erfährt man einen wunderbaren Ausblick auf die Berge und auf Wasserfälle. Aber selbst für Schweizer Verhältnisse sind die Preise gruselig, allerdings glaube ich auch, dass es eine einmalige Möglichkeit ist, wo sich die Ingestion lohnt und wer gerne wandert, kann selbstverständlich mit Zelt auf dem Rücken selbst hochklettern.

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Denn das Jedermannsrecht in der Schweiz (wie auch in einigen nordischen Ländern) grob gesagt fast überall zu wandern. Und ich ließ mir nicht den Spaß nehmen, vom Gornergrat gute 500 Höhenmeter abwärts zu wandern, was vielleicht nach wenig klingt, aber das keineswegs ist. Für mich war dieses Laufen und Staunen der Höhepunkt der ganzen Reise. Man braucht auch keine Wanderschuhe, ein paar stabile Sneaker reichen bei gutem Wetter vollkommen – obwohl wie auch einige Asiaten in hohen Schuhen sahen.

Einfach Laufen, sich umsehen, dieses Gefühl von ja, auch Freiheit, einatmen. Durch einen wunderbaren Zufall hatte ich auch das Glück zwei putzige kleine Murmeltiere an einem Vorsprung beobachten zu können – nur kurz, denn sie liefen schnell wieder zurück zu ihrem Fels und sonnten sich davor. Wenn ich darüber schreibe, fühle ich selbst, wie ich anfange zu lächeln, weil es ein so belebendes Erlebnis ist.

Mit diesem Beitrag endet auch meine kleine Reihe über die Schweiz. Ich hoffe, ich konnte inspirieren oder wenigstens etwas spannendes, neues schreiben. Mein Fazit ist schlichtweg, dass ich mich in dieses bezaubernde kleine Land verliebt habe!

Love, Katha

Schweiz-Reise #3: Domodossola und Thunersee

Grüezi!

Wenn man schon in der Schweiz ist, kann man auch einen kleinen Ausflug nach Italien planen, oder nicht? Dadurch, dass die Schweiz entzückend klein ist und ein sehr effektives Bahn-Netz hat, kann man durchaus schnell von Bern bis zur Grenze fahren und weiter in die kleine Gemeinde Domodossola, deren Besuch ich von Herzen empfehlen kann!

Das schöne an Domodossola ist, das es für die meisten Touristen eher ein Durchfahr-Ort ist, wenn man beispielsweise von der Schweiz nach Mailand oder zum Lago di Maggiore will, deshalb ist es dort herrlich untouristisch – man darf gleichzeitig aber auch keinesfalls erwarten, dass jemand Englisch spricht, offenbar nicht mal von jungen, gleichaltrigen Menschen, was mich ein bisschen schockiert hat, da man zumindest hier in Deutschland ein Minimum an Englisch gelernt hat, bevor man die Schulpflicht erreicht hat. Wie dem auch sei, war es ein wirklich schöner Ausflug, der mich stark an meine Kursfahrt in Rom erinnert hat dank der vielen verwinkelten Gassen, den engen Häusern, die satte Gewürzfarben oder ein zartes Pink tragen und dieser besonderen, herzerwärmenden, nostalgischen Heruntergekommenheit und den vielen alten Laternen, die einen unglaublich romantischen Charme haben.
Allerdings, und das sei gesagt, habe ich mich wohler gefühlt als in Rom: Obwohl die Altstadt von Einheimischen gut besucht war, kann man keineswegs davon sprechen, dass es voll war. Zur Mittagszeit waren die Geschäfte zu, alle machten ihre Siesta, die Menschen saßen draußen in Cafés und schlürften gut gelaunt, wie ich auch an vielen Stellen in der Schweiz es gesehen habe, Aperol Spritz. Hier versuchen glücklicherweise keine aggressiven Mofa-Fahrer einen auf Fußgängerwegen „ausversehen“ zu überfahren und trotz, dass alles sehr alt aussieht, ist es keineswegs dreckig oder unangenehm, sondern hat italienischen Charme. Es ist eigentlich unmöglich, sich nicht in diese kleine Gemeinde zu verlieben und die strahlende Sonne tat dazu bei.

Natürlich wandte ich wie immer meine Lieblingstaktik an, um eine fremde Stadt zu erkunden: Einfach wild rumlaufen, von einer Straße in der nächste Gasse, blumengesäumte Hinterhöfe und kleine Cafés entdecken, Italiennerinnen, die sich von den Balkonen gegenüber lautsrak unterhielten, beobachten und natürlich selbst etwas furchtbar einheimisches tun und Campari oder Aperol trinken.
Leider sind einer der maßgeblichen Unterschiede, die man merkt, wenn man in Italien ist, die Preise, besonders wenn man Essen gehen möchte: Moderate Preise, alles ist sehr gut bezahlbar.

Ebenfalls faszinierend fand ich, dass wenn man den Tunnel zwischen der Schweiz und Italien überwunden hat, nicht nur die Temperaturen deutlich anders sind, sondern auch das Grün der Wälder etwas gelblicher und wärmer wirkte, während es in der Schweiz oft leuchtend dunkelgrün ist.

Ein paar Impressionen:

Nach dem Ausflug nach Italien ging es aber noch zum wunderschönen Thunersee, der praktischerweise auch direkt auf der Strecke zwischen Visp und Bern lag. Dieser See schafft es auf wunderbare Weise all die Schönheiten der Schweiz zusammenfasst: klares, türkises Wasser, umgeben von Bergen, die Wälder säumen und an deren Spitzen der weiße Schnee leuchtet und unten im Tal die vielen kleinen Boote und Yachten, die neben wunderschönen Walserhäsuern und Palmen (ja, wirklich!) parken. Wir haben mit der Fähre der BLS eine Fahrt über den See gemacht, was, obwohl es leider teuer ist, ich wirklich empfehlen kann, da man so einen schönen Ausblick bekommt und die vielen kleinen Gemeinden am See sieht mit ihren bezaubernden Kirchen und Schlössern.

Mich beschlich zu diesem Zeitpunkt ein merkwürdiges Gefühl, dass in der Schweiz alles sehr ähnlich aussah (Walserhäuser, türkises Wasser, alles teuer, nette Menschen, sehr viel grün) und irgendwie auch nicht. Natürlich, überall sind Berge und Seen, aber deren Schönheit und das Wiederentdecken von noch einem kristallklaren See und noch einer blumenbesprenkelten Wiese hat etwas sehr kostbares und schönes an sich. Vor allem merkte ich, wie ich nach den ersten paar Tage nicht nur körperlich, sondern auch geistig sehr weit weg von Berlin (und all dem Stress dort) war und einfach mich in der weiten, alpinen Ferne und ihrer Unbeschwertheit verlieren konnte. Es braucht nicht unbedingt ein Urlaub in die Schweiz, um sich entspannen zu können, aber ich verstehe nun, weshalb Menschen das machen, denn in der Tat hat die Schweiz etwas so fernes vom Alltag und etwas sehr erholsames und friedvolles mit den großen Bergen und der guten Luft.

Im Vierten und letzten Teil geht’s richtig in die Alpen. Stay tuned!

Love, Katha

Schweiz-Reise #2: Luzern

Grüezi!

Zwar war ich nur kurz auf einen Abstecher in der Stadt Luzern, welche sich in der Zentralschweiz befindet, jedoch kann ich diesen Tagesausflug unmöglich auslasse – zumal es wirklich schön dort ist. Und wie immer kann ich nur sagen: Alles ist sehr sehr teuer, was ich bei meinem Mittagessen gut zu spüren bekommen habe.

Kaum in Luzern angekommen, fing es auch an zu regnen, zweitweise auch stark zu schütten. Die Menschen flüchteten in die zahlreichen Cafés und auf die berühmte überdachte Brücke: Die Kapellbrücke mit dem Wasserturm aus 1365 – davon, dass sie Anfang der 1990er fast vollständig abgebrannt ist und erneuert wurde, merkt man glücklicherweise kaum was, sondern fühlt sich direkt ins Mittelalter versetzt. Auf der Decke der Brücke befinden sich alte Gemälde (abgesehen davon mchte ich anmerken, wie genial die Idee von einer Brücke mit Dach ist!). Die Brücke ist nicht grundlos das Wahrzeichen der Stadt – obwohl sie sehr im Kontrast zum restlichen steht. Oder vielleicht gerade deshalb?

Mit Regenschirm und Kamera bewaffnet lief ich durch die wunderschöne historische Altstadt, die zweifelsohne ein Highlight für jeden Architekturliebhaber ist! Natürlich waren auch überall die zuckersüßen Fensterläden und Gebäude in einer Art Fachwerkhaus Stil – sämtliche Epochen bunt durchmischt und einfach schön anzusehen und wie an vielen Stellen in der Schweiz zieren Fahnen der Eidgenossenschaft die Fassaden. Zunfthäuser mit verschnörkelten Malereien und Schriften aber auch kleine Türmchen fehlten nicht.
Einerseits war es schön, die Altstadt recht leer zu sehen, da sich die Menschen ins trockene geflüchtet hatten (aka die vielen sehr teuren Restaurants, die aber wirklich schön und einladend aussahen) und so man viel mehr entdecken konnte und sich nicht durch Menschenmengen schieben musste, anderseits glaube ich auch, dass eine Stadt einem bei gutem Wetter noch mehr bezaubern kann.

Besonders gut gefiel mir aber dieser Misch-Masch aus alte süddeutsche Stadt mit schweizerischen Merkmalen in der Altstadt und in dem neueren Teil der Stadt die hohen imposanten Altbauten, die an die großen Einkaufsstraßen in Budapest erinnern.  Ich könnte wirklich ewig über die Architektur schwärmen! Wenn man einen kleinen Blick in den historischen Kern werfen möchte, braucht man auch keinerlei Nahverkehr, da sich alles vom Bahnhof Bern problemlos ablaufen lässt.

Hier ein paar Impressionen:

Wie gefühlt alles in der Schweiz, ist auch Luzern von Wasser und Bergen umgeben. Die Stadt liegt zwischen den Bergen Pilatus und Rigi und direkt am Vierwaldstättersee, man ist also in einem wunderschön malerischem Tal. Allein die Bahnfahrt aus Bern nach Luzern lockt nur so zum aus dem Fenster schauen und die satten, weiten grünen Wiesen anzustarren, in deren Hintergrund sich die hohen Berge zeichnen.

Ich habe definitiv längst nicht genug gesehen, die Stadt lädt wirklich zum schlendern ein und ich hoffe, ich bekommen irgendwann die Gelegenheit die wunderbare Natur und besonders den See in der Nähe mit eignen Augen zu bewundern.

Bald kommt Teil 3 mit einem kleinen Abstecher nach Italien!

Love, Katha

Schweiz-Reise #1: Bern und Laupen

Moinsen – oder lieber Grüezi?

Ein Grund für meine Abstinenz in der Bloggerwelt war eine Reise, eine ganz besondere und sehr erfüllende, in der Schweiz. Ich habe ein bisschen Zeit benötigt, um zu rekapitulieren, was ich erzählen möchte, denn meine Begeisterung ist so groß, dass ich kaum weiß, wie ich sie ausdrücken soll.

Die Schweiz, trotz dass sie unser Nachbarland ist, schien mir stehts merkwürdig fremd und fern. Politisch neutral, kein EU-Land, grüne Wiesen des Friedens, lustige Dialekte, grasende Kühe, die vier Sprachen, alles teuer, Volksentscheide und Heidi-Klischees – das war meine Vorstellung. Nach dieser wunderbare Reise wurde mir klar, wie wenig ich wusste.
Ich werde meine Reise in vier Teile stückeln, damit ich jeden Ort, an dem ich war, richtig würdigen kann und im Details berichten, was ich alles gesehen und erlebt habe.

Meine Reise begann und endete in der alten Stadt Bern, die de-facto-Hauptstadt der Schweiz. Im Anfang Juni in der Schweiz zu reisen, ist eine wunderbare Sache, denn die Saison hat noch nicht ganz begonnen beziehungsweise an einigen Stellen gerade erst, die Städte sind noch nicht ganz voller Touristen und man kann getrost fotografieren, ohne sich durch Mengen zu quetschen, was mir nach meinen Erfahrungen im überfüllten Versailles und Zaandam etwas ist, was wichtig geworden ist.

Ein paar Dinge, die mich wirklich erstaunt und überrascht haben:

1. Die Aaare (Fluß) hat nicht nur eine unglaublich beunruhigende Geschwindigkeit, sondern ist kristallklar und hat einen wunderschön silbrig-türkisen Schimmer.

2. Teuer hat in der Schweiz noch einmal eine ganz neue Dimension. Für mich waren Großbritannien und Frankreich schon teuer, aber die Schweiz ist nochmal erschreckend teurer. Bern hat scheinbar neben Zürich und Genf die höchsten Lebenshaltungskosten weltweit (Quelle), es lohnt sich aber dort zu wohnen, um weiterzureisen. Ich kann wirklich nur empfehlen – wenn möglich -, viel selbst zu kochen und für unterwegs vorzubereiten (Abgepackte Supermarkt Sandwiches zwischen meist rund 6 Franken, ca 5.50 Euro).

3. Bern, sowie der Rest der Schweiz, ist ziemlich gut ausgeschildert, sauber und ordentlich (was mit anderen Hauptstädten in Europa, wie Brüssel, nicht mal ansatzweise vergleichbar ist). Ein schöner Nebenaspekt: Vor öffentlichen Toiletten in Zügen oder Restaurants muss man keine Angst haben.

4. Bern liegt 542 m über dem Meeresspiegel (Vergleich: Berlin je nach Ort zwischen 34-122 m) und besitzt dadurch wirklich imposante, Viadukt-anmutende Brücken, aber auch ordentlich viele Treppen und Wege, an denen es auswärts geht.

5. Besonders vom Bundeshaus aus, aber auch anderen Stellen, kann man in der Ferne bereits die ersten Berge der Alpen bestaunen. Ich bin auf dieser Reise sehr viel Zug gefahren und obwohl ich mir stehts vorgenommen hatte, zu lesen, konnte ich nicht anders, als wie gebannt aus dem Fenster zu sehen und die schneebedeckten Berge und die klaren Flüsse in der Ferne zu betrachten.

6. Die Luft is bereits in Bern deutlich besser als in Berlin oder vergleichbaren Städten.

Dinge, die ich wirklich empfehlen kann, in Bern zu sehen und die mich selbst bezaubert haben

  • Ein Spaziergang an der Aare
  • In den Rosengarten gehen, die Vielfalt der Blüten bestaunen und einmal Bern von oben mir Aare-Blick betrachen
  • Bundeshaus und das Wasserspiel auf dem Bundesplatz betrachten (und wenn es warm genug ist ins Wasser reinlaufen!)
  • Durch die historische Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) gehen und die ca. 6 Kilometer lange Lauben betrachten mit den großen Fahnen aller Kantone und ab und zu auch einfach in Nebengassen gehen und wunderschöne Bauten und kleine Gärten betrachten.

Neben der Hauptstadt sah ich die schnuckelige Gemeinde Laupen, die auch im Kanton Bern liegt. Dabei ist die Altstadt ein kleine Traum aus alten Walserhäusern, vielen Blumen und Pflanzen, die üppig in Vorgärten, auf Fensterbrettern und Terrassen wuchsen im bunten durcheinander wie ein kleines Farbenmeer. Nicht nur in Bern, sondern auch in Laupen war gerade die Rose in ihrer Blüte und an vielen Hauswänden und Gärten zu bestaunen.
Nur zufällig waren wir in einer Empfehlung vom Swiss-Pass auf Laupen gestoßen, eine komplett untouristische Gemeinde (was sicherlich zum Charme beigetragen hat) einige Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Nicht mehr, als eine kurze S-Bahn-Strecke.


Wir liefen die Gässchen hoch zum bekannten Schloss der Gemeinde und trafen auf ein paar spielende Katzen, eine sehr freundliche alte Dame, die uns herzlich empfahl das älteste Haus (wohlgemerkt, nicht das Schloss) anzusehen, sowie einer alten Gärtnerin, die uns einlud ihren prächtigen Garten anzusehen und uns etwas über Laupen erzählte, wie beispielsweise, dass auf dem Weg neben ihrem Haus für jedes Kind (es wurde Anfang der 1990er eingeführt), welches dort geboren wurde, ein Stein gelegt wird. Wie schön es aussah, diese kleine Geschichte aus Steinen zu betrachten, zu schauen, ob es Geschwister gibt und ob jemand vielleicht am gleichen Tag wie ich geboren wurde (leider nein, nur 3 Tage vorher).
Diese Ruhe und Herzlichkeit die das leicht verträumte Laupen ausstrahlte, löste so eine warme Freude in mir aus. Vielleicht ist es ziemlich unspektakulär, dort zu leben, vor allem als geborene Großstädterin, aber ein wenig von einem fremden und neuen Eindruck mitzunehmen, besonders von der besonnenen Freundlichkeit der alten Gärtnerin, ist das schönste am Reisen. Man entdeckt und lernt stets was dazu.

Bald kommt Teil 2 zu Luzern, stay tuned!

Wart ihr schon ein mal in Bern? Oder in der Schweiz?

Love, Katha

Dem Impressionismus auf der Spur

Herausgeber: Felix Krämer
DT: Monet und die Geburt des Impressionismus
Genre: Kunsthistorisches Bild- und Textband
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2015
Verlag: Prestel
Preis: 49.95 Euro
ISBN: 978-3791354149
Länge: 296 Seiten

Es ist schon einige Jahre her, dass ich mich in den Impressionismus verliebt habe und wie viele andere wahrscheinlich auch, durch ein Werk von Claude Monet  in der Alten Nationalgalerie in Berlin. Monet gilt praktisch als das Aushängeschild für diese Kunstrichtung, die durch ihren besonderen Duktus und einer oft friedvollen Farbpalette bekannt geworden ist. Monets Heuschober, seine Seerosen, das Spiel mit dem Licht zu verschiedenen Tageszeiten. Nach und nach ging ich in Ausstellungen, sah im Musee d’Orsay weltberühmte Werke, folgte Monet auf seinen Spuren in seinem Garten im französischen Giverny und nach und nach hatte ich zu Haus eine kleine aber beachtliche Sammlung an Büchern.

Die Geburt des Impressionismus zeigt einen revolutionären Aufbruch in die Moderne, wo das Objekt nicht mehr wichtig ist, sondern Licht, Gefühl, Farbe – ja, wortwörtlich die Impression eines Augenblicks.
Dieser wunderbar gemachte Band zeigt aber weit mehr als nur Monet. Mit ein paar knackigen Kurzbiorafien und vielen unterschiedlichen Werken in Themen, Farbe und Zeit wird eine Vielfalt von vor allem französischen Malern präsentiert.
Bazille, Cassatt, Cézanne, Corot, Coubert, Degas, Manet, Millet, Morisot, Pissaro, Renoir und Sisley – um nur einige beispielhaft zu nennen.

Das Buch ist in mehre Kapitel gegliedert: Von dem historischen Ausgangspunkt der Industrialisierung, zu der Wirkung auf den Betrachter, über die Kunst im Privatenraum und ganz wunderbar zum Schluss, was mich wirklich zum Lachen gebracht hat: Karikaturen zum Impressionismus, denn keinesfalls war die Kunstrichtung am Anfang von der langen Tradition der Akademischen Kunst gebilligt. Dabei werden Beispielhaft zentrale Werke analysiert wie Degas‘ „Die Orchestermusiker“ und zusätzlich thematisch oder technisch ähnliche Werke gezeigt: Eine wunderbare Stärke dieses Bandes ist zweifelsohne, dass die Verknüpfungen wunderbar gelungen sind – auch im Bezug zu anderen Künstlern. Zwar geht es im Titel um Monet, aber das ist, sowie im Impressionismus selbst, nur eine der vielen Facetten.

Es ist nicht nur eine Darstellung vom Beginn einer Epoche, sondern in kleinsten Details werden die Geschichten und Zusammenhänge von den Malern und ihren Werken erläutert, analysiert und auf den Punkt gebracht. Meistens sehr spannend, manchmal aber zugegebenermaßen stellenweise auch etwas trocken.

Entsprechend kann ich mir gut vorstellen, dass für Menschen, die einfach in Kunst hineinschnuppern möchten, dieser Band sehr überladen und detailliert vorkommen wird und so man nur die schönen Bilder betrachten kann, ohne Kenntnis zu haben. Anfangs fand ich es auch schwer, obwohl ich mich jahrelang mit Impressionismus auseinandergesetzt habe, mich in diesen Band hineinzuarbeiten, weil es doch recht analytisch ist, aber nach einigen Seiten ist man drin und letztlich bestaunt jede wohl am liebsten die wunderbaren Werke.
Ich glaube, wenn man erstmal anfangen möchte, eignen sich die Hefte von Geo Epoche Edition hervorragend und wen darüber hinaus nach mehr dürstet – wie mich! – und einen ganzen Museumsrundgang für sich festhalten möchte, für den lohnt sich diese Investition auf jeden Fall. Leider haben solche Bildbände oft einen stolzen Preis.

Jedoch muss ich auf jedenfalls zugeben, dass dieser Band wunderschön gemacht ist und sich auch enorm hochwertig anfühlt. Besonders gut gefällt mir die Auswahl des Cover Motivs, dass in den frischen Pastelltönen das Hôtel des Roches Noires in Trouville zeigt und aus 1870 stammt. Darauf liegen in weißen Lettern die Titelwörter in einer lackartigen Textur und einem modernen, dennoch auch klassischen Schriftzug. Die vielen Drucke, die einfach zum Staunen und Betrachten einladen, sind satt in der Farbgebung.

Zu guter letzt möchte ich dem Prestel Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken. Ich bin absolut begeistert!

THE VERDICT: Eine Bereicherung für jeden, der diese Epoche liebt und schätzt, aber auch ein toller Start für diejenige, die viel von Monet kennen, aber darüber hinausgehen wollen und den Anfang der Moderne kennenlernen möchten. Ein Bild- und Textband der sowohl außen las auch innen sehr hochwertig gemacht ist. 9,5 von 10 Sternen

Love, Katha

Spring Faves #17

Moin!

Es ist wieder so weit, die letzten drei Monate sind wie im Flug vergangen und ich möchte meine Lieblinge dieses Frühlings zusammenfassen – Achtung, langer Post! Wie immer ist es bunt durchmischt und alles von musikalischen Highlights, meiner Lesestatistik und ein paar Dinge, die ich sehr gerne verwendet habe und empfehlen möchte, sowie meine Dresden-Reise sind dabei. Also hoffentlich für jeden was!

Empfehlungen

1. Calvin Klein Bralette in grau
Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann so eine Form von BH toll finden und tragen würde – aber ich bin positiv beeindruckt. Aus Jux anprobiert und sofort verliebt. Man bekommt recht guten Support (natürlich nicht, wie bei einem Bügel- oder Sport BH, aber für ein Bralette ziemlich gut), er ist super weich und angenehm zu tragen und zwingt mich ein bisschen – als positiven Nebeneffekt – zu einer geraderen Körperhaltung.

2. Cambridge Satchel Company Batchel in pine
Meine heiß-geliebte Uni-Tasche habe ich schon seit letztem Dezember, aber ich habe mir Zeit gelassen, um besser beobachten zu können, wie sich das Leder entwickelt und bin begeistert wie eh und je über meinen treuen Begleiter. Die vollständige Rezension gibt es hier.

3. Katlenburger Bowle To Go Pfirsich Geschmack
Bei einer kleinen Supermarkt Odysee im April sah ich diese putzigen kleine Flaschen und da ich generell alles mit Pfirsich Geschmack liebe, stand für mich sofort fest, dass ich dieses Getränk probieren muss. Stark mostig, aber trotzdem sehr erfrischend und süß. Natürlich ist frische Bowle ganz anders, so wie frischer Glühwein, aber für ein abgefülltes Produkt ist es sehr gut und ich habe mittlerweile den Supermarkt geplündert und mir einen kleinen Vortrag bereitgelegt für warme Sommerabende.

4. Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
Zweifelsohne mein Lieblingsbuch in diesem Frühling (Lesestatistik s.u.). Die Entscheidung fiel gar nicht so einfach, aber zurückblickend hat mich dieser Klassiker schlichtweg am meisten beeindruckt. Oscar Wilde entpuppt sich hier als ein sehr amüsanter, zynischer und die Gesellschaft sehr gut beobachtender Autor mit einer außergewöhnlichen Geschichte, die nicht ohne Grund ein Klassiker der Weltliteratur geworden ist. Meine vollständige Rezension findet ihr hier.

5. Polaroid Postkarten
Sie sind überall in Berlin, von Touristenmotiven zu Geburtstagsgrüßen und Streetart ist alles dabei. Mittlerweile habe ich zwei weitere gekauft und damit mein Zimmer geschmückt.

6. Pastell Texmarker Stabilo Boss
Auf Instagram gesehen und sofort verliebt. Als ich sie zufällig bei einem Papeteriegeschäft für happige 1.50 Euro gesehen habe, war ich so aus dem Häuschen! Die Pastellfarbe ist meiner Meinung nach viel angenehmer, als intensive Neon-Farben, hebt aber trotzdem hervor.

7. Kurztrip nach Dresden
Einen Tag raus aus Berlin, fremde Luft atmen und die wunderschöne Altstadt dieser sächsischen Stadt bei reinstem Kaiserwetter beobachten. Ich kann einen Trip in diese bezaubernde Stadt wirklich weiterempfehlen. Für Impressionen und den vollständigen Bericht, bitte hier entlang. Ich werde definitiv noch mal Raus-aus-Berlin Beiträge möglich machen, weil es wirklich eine schöne Sache ist.

8. Peter Broderick beim XJAZZ Festival

Der Neo-Klassik-Komponist ist mir vor längerem mehr oder weniger durch Zufall auf Spotify als Empfehlung über den Weg gelaufen, aber seine ruhige und magische Musik konnte mich in den Bann nehmen. Umso glücklicher war ich, diesen besonderen Mann auf einem Konzert sehen zu können in einer genauso mysteriösen und modernen Location wie seine Melodien – in der Emmauskirche in Berlin Kreuzberg. Ein sehr sympathischer Komponist auf einem kleinen, intimen und sehr spirituellen Konzert.

9. La Grande Brasserie Tasse von Butlers
Merkt man ein bisschen, dass grün und grün-türkise Töne zu meinen Lieblingsfarben gehören? Die Tasse in Emaille-Optik ist jedoch aus spülmaschinenfester Keramik mit der Prägung „La Grande Brasserie“. Der Henkel ist sehr angenehm zu fassen.

10. Cowboy Inspired Ledergürtel von ASOS
Ich muss sagen, dass 25 Euro mit Versand ein bisschen mehr waren, als ich eigentlich zahlen wollte, aber so viel wie ich diesen Gürtel trage, zahlt es sich zweifellos aus. Nur eine Sache sei gesagt: Die Größenauswahl bei ASOS ist eine Katastrophe, ursprünglich habe ich ihn von der Größe her gekauft, damit er mit um die Taille passt, und da habe ich mich zwischen zwei Größen bewegt, mich für die kleinere entschieden. Nun passt er allerdings glücklicherweise auch um meine wesentlich breitere Hüfte und ist um die Taille fast zu groß?!

11. Kinobesuch: Die Schöne und das Biest
Mein Kino-Highlight und ein Film, auf den ich mich schon länger gefreut habe, ist die neue Disney Verfilmung zu dem Märchen-Klassiker „Die Schöne und das Biest“ – diesmal jedoch mit Darstellern und nicht animiert. Ein bunter Spaß mit altbekannten Songs, eine wunderbare Hauptdarstellerin und wirklich überaus liebevoll gemacht, den ich nur empfehlen kann! Natürlich habe ich den Film in ganzer Länge rezensiert, was direkt hier zu finden ist.

12. Pigment Liner Staedler
Warum habe ich nicht schon viel früher von diesen genialen Stiften gehört, war mein erster Gedanke, als ich sie in meinem Lieblingskünstlerbedarf entdeckte. Für mich erfüllen sie jedenfalls einen absoluten Traum: Es gibt 0,05 cm breite, die für sehr dünne Linien sorgen, die Stifte sind auf Papier wasserfest und bluten auch nicht, beim Auftragen kommt stets gleich mäßig viel Farbe raus. Ich liebe sie!

13. Magnolie Pistazie Duschgel Dove
Wunderbar duftend, cremig und hinterlässt die Haut mit einem erfrischen und nicht ich zu trockenen Gefühl. Die dazugehörige Bodylotion ist auch nett, hat aber einen sehr starken und intensiven Duft, der alles übertönt, im Gegensatz zu dem milchigen Duschgel.

Was ich im Frühling gelesen habe

Ich weiß, ich weiß. Manche lesen so viele Bücher in einem Monat – ich brauche länger! Nichts desto weniger habe ich zwei sehr gute Bücher gelesen (9 Sterne) und zwei ebenfalls ziemlich gute (8 Sterne), die ich wirklich empfehlen kann.

Musikalische Highlights

Ich hatte aber nicht nur ziemlich viele Favoriten, sondern auch einige musikalische Highlights, die ich stundenlang auf und ab gehört habe.

Ich habe über die letzten zwei Beiträge dieser Art festgestellt, dass sie meistens ziemlich lang werden (und ich weiß auch, dass viele so lange Posts überhaupt nicht lesen wollen, aber darum geht es mir eher weniger), da sich über die Zeit viel kumuliert und entsprechend überlege ich, ob ich anstelle der „Jahreszeit“, also drei Monate, zwei  Monate wähle, da einer, wie ich es früher gemacht habe, mir auch nicht ganz gefallen hat, weil ich nicht genug Zeit hatte, um einen ordentlichen Beitrag zu machen. Was sagt ihr dazu?

Love, Katha

Belgravia

Autor: Julian Fellows
OT: Belgravia
DT: Belgravia
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2016
Verlag: C. Bertelsmann
Preis: 19.99 Euro
ISBN: 978-3-570-10324-1
Länge: 448 Seiten

Vom Drehbuchautor der Serie Downton Abbey

Die Familie Trenchard, geführt von dem ehrgeizigen Bauleiter James Trenchard, befindet sich im Jahr 1841. Als vor 25 Jahren die Tochter Sophia bei der Geburt ihres unehelichen Sohnes Charles stirbt, versucht das Paar Trenchard alles, um den Ruf der Tochter zu beschützen und gibt das Kind weg. Doch als jetzt Anne Trenchard bei einem Nachmittagstee die Mutter des im Krieg gefallenen Vaters ihres geheimen Enkels trifft, beschließt sie, dass sie ihr Geheimnis nicht länger ungeteilt lassen kann – und damit gerät der Stein ins Rollen.

Vermutlich gehöre ich, wie viele Leser dieses Romans, zu den großen Downton Abbey Fans, die gespannt waren, was Drehbuchautor Julian Fellows noch zaubern kann. Bereits beim Lesen des Klappentextes wurde mir schnell klar, dass es gewisse Ähnlichkeiten mit der preisgekrönten Serie haben würde – besondern in Hinblick auf die Upstairs-Downstairs-Perspektive.

Ein großes Lob geht an die wunderbare Covergestaltung: Ein schlichtes, aber auch edles Design welches das noble Belgravia Viertel in London mit Passanten und Kutschen darstellt und zweifelsohne ein Blickfang ist, der mich angelockt hat. Andererseits muss ich sagen, dass die gebundene Ausgabe des Buches recht dicke Seiten hat und sich das Buch als etwas schwerer erweist, als erwartet.

Julian Fellows hat einen angenehm leichten und etwas blumigen Schreibstil, der besonders die Dialoge sehr angenehm zu lesen macht – sehr lebhaft und spritzig. Ganz deutlich wird auch Fellows jahrelange historisch-gesellschaftliche Expertise nach Downton Abbey, aber auch seinen beiden anderen Romanen „Eine Klasse für sich“ und „Snobs“, so dass er hervorragend das dekadente Leben des Hochadels, die Fauxpas der Emporstrebenden und die Lästereien unter den Dienstboten einfangen kann und ein bisschen an „Vanity Fair“ erinnert. In diesem Punkt hat mich Belgravia gut überzeugt, da ich schon enige Bücher in dieser Periode gelesen habe, war ich positiv überrascht: es wirkt historisch wirklich gut authentisch. Natürlich erkennt man auch eine starke Analogie zu Downton Abbey.

Die Figuren hingegen sind sehr unterschiedlich: Manche sind sehr eindimensional und es wird sofort klar, ob sie böse oder gut sind und dass sich dies innerhalb des Romans nicht ändern wird.  Diese klassische Besetzung vom Sweetheart, der Zofe, die sich für etwas besseres hält, den verwöhnten reichten Kindern und dem Schurken macht den Roman in Teilen wirklich kitschig. Natürlich mag ich den Roman nicht die ganze Zeit mit Downton vergleichen, aber was mir in der Serie durchaus gefallen und hier gefehlt hat, war dass auch mal das „Böse“ eine gewisse Oberhand hat und es auch dunkle Episoden gab.

Andererseits gibt es durchaus ein paar Figuren, deren Charakter sich ändert und entwickelt, zwar um keine 180 Grad Drehung, aber etwas  und die mir recht sympathisch geworden sind. Doch wie bei den Figuren, fehlt mir auch in der Storyline öfters die Tiefe: Die Handlung spielt häufig an der Oberfläche und wirkt manchmal trotz der blumigen Sätze ein wenig wie ein Drehbuch. Nach längerem Überlegen wurde mir auch klar, wie ich dieses ambivalente Gefühl zu diesem Buch am besten ausdrücke: Die Gesichte ist mehr eine Strandlektüre als ein satter Roman, aber ich denke, dass sie in den Händen von ein paar Darstellern und Darstellerinnen zu noch besserem, tieferem und emotionaleren Material werden können. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, da ich in der Geschichte Potential erkenne und sie mich manchmal wirklich mitreißen konnte, aber das gewisse Etwas (vielleicht auch das gewisse „Dunkle“) fehlt. Tatsächlich wäre ich sehr neugierig, wie „Belgravia“ filmisch umgesetzt seien würde, weil ich überzeugt davon bin, dass es mehr aus der an sich ganz interessanten Story machen könnte.

Zu guter letzt möchte ich mich beim Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House für die Bereitsstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.

THE VERDICT: Eine nette, unterhaltende und leichte Lektüre mit guter historischer Exertise, die sich flott lesen lässt, aber meines Erachtens als Film mehr Wirkung hätte entfalten könne, statt in Form eines Romans. Leider fehlte mir die ausreichende Tiefe. 6 von 10 Sternen

Love, Katha

Raus aus Berlin #2: Kurztrip nach Dresden

Moinsen!

Nach meinem Tagesausflug nach Husum im Januar, spürte ich wieder das Bedürfnis dem Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen, den Kopf wo anders frei zu bekommen und sich von etwas inspirieren zu lassen, was man noch nicht gesehen hat.

Diesmal fiel meine Wahl auf etwas größeres: Dresden.

KURZ GESAGT: Einfach mal durch eine fremde Stadt laufen, ein bisschen von ihreM Flair schnuppern und frei von Alltäglichem sein, ein bisschen Fotografieren, im Park in der Sonne lesen, durch die historische Altstadt bummeln und den Straßenmusikern lauschen und natürlich lecker Essen gehen!

Wir hatten wirklich Glück gehabt, einen Tag mit absolutem Kaiserwetter zu erwischen: Sonnenschein und tolle Temperaturen, bei denen man sehr gut draußen sitzen konnte und die Sonnenstrahlen das Gesicht streichelten. Teils waren mein Freund und ich wirklich am Schwitzen und erinnerten uns gegenseitig lachend, wie bitter wir doch in Husum gefroren haben.

Als kleinen Disclaimer möchte ich anmerken, dass ich bei diesen „Ich muss mal raus aus Berlin-Trips“, nicht unbedingt in Museen gehe – auch wenn Dresden großartige und verlockende Galerien hat – sondern einfach fremde Luft schnuppern möchte und mich in einer fremden Stadt verlieren und verlieben möchte, ohne mir Stress zu machen, was ich alles sehen muss. Deshalb lief ich auch einfach gut 6 Stunden wild durch die Gegend, saß am Ufer der Elbe und erfreute mich einfach meiner (BewegungS)Freiheit – ich kann es wirklich sehr empfehlen, ab und zu ein anderes Stadtbild zu sehen!

Hier ein paar Impressionen:

Besonders positiv aufgefallen waren mit einige Schilder in der Innenstadt, wie an der Semperoper oder der Kunstakademie, die in großer Schrift darauf hinwiesen, dass diese Stadt in den Zeiten, wo rechtspopulistisches Denken am Aufmarsch ist, offen bleiben muss und diese Bewegung nicht tolerieren darf. Wie großartig (und wichtig!) ist so ein Statement!

Ebensfalls großartig war die Musikalität der Stadt, egal ob man im Café saß oder auf dem großen Platz vor der Frauenkirche schlenderte – überall tönte ziemlich gute Musik: Von Akkordeonspielern mit beeindruckend vierseitigem Repertoire, über einen Indie-Gitarrenspieler und Klavierspieler, zu einem Bläserquartett.

Aber ein bisschen Tourismus musste sein und so saßen wir in der berühmten Frauenkirche und betrachten den wunderbaren Prunk des Barocks. Mittlerweile habe ich – besonders als ich in Rom war – einige Kirchen von innen und außen betrachten dürfen und auch diese hat mich wirklich beeindruckt. Auch der Platz mit der Statue Martin Luthers war sehr schön – und wirklich gut voll, man hat richtig das Leben der Stadt spüren können, wo Einheimische und Touristen aufeinandertreffen.

Und ganz allgemein gesprochen blühte mein Herz bei dieser bezaubernden und teils wirklich so hervorragenden Altstadt einfach nur auf: Alte, wunderschöne Bauten, kleine süße Gassen und wunderbare, prächtige Leuchter wohin das Auge nur reicht! Zweifellos ein kleiner Himmel für mich!

Abends ließen mein Freund und ich unseren kleinen Trip mit zwei leckeren Getränken und richtig tollen Burgern in einer ziemlich großen Bar/Restaurant namens „Alex“ mitten in der Altstadt ausklingen – und dazu noch mit permanenten Sonnenschein, der nur spät abends durch ein minimales Nieseln unterbrochen wurde. Wir hatten vorher noch nie etwas von dieser Bar gehört, aber die Größe und die Werbung für deren Webseite ließ vermuten, dass es sich um eine Kette handeln würde. Und so ist es! Allerdings muss gesagt sein, dass es für eine Kette und auch allgemein betrachtet, eine ziemlich gute Bar ist mit wirklich freundlicher Bedienung. Irgendwann muss mal in Berlin vorbei geschaut werden, ob es genauso toll ist wie Dresden!

Gibt es ein Fazit? Wenn überhaupt, dann nur, dass ich gerne wiederkommen möchte, um Museen zu besuchen, ein paar einheimische Bars kennenzulernen, wieder an der großartigen Elbe entlang zu spazieren und noch besser mit Dresden vertraut zu werden, denn es hat mir sehr gut gefallen.

Wart ihr schon mal in Dresden? Und an Einheimische: Ich freue mich über künftige Tipps für Dresden!

Love, Katha

Das Bildnis des Dorian Gray

Autor: Oscar Wilde
OT: The Picture of Dorian Gray
DT: Das Bildnis des Dorian Gray
Genre: Klassiker, Gesellschaftsroman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinug: 1890
Verlag: dtv
Preis: 8.90 Euro
ISBN: 978-3-423-14207-6
Länge: 347 Seiten

Dorian Gray ist ein junger und besonders gut aussehender Mann – dieser Sache ist er sich jedoch kaum bewusst, bis ihm Lord Henry begegnet und ihm den Wert von Schönheit erklärt. Als gerade ein Portrait des jungen Mannes fertig wird, was der Künstler als seine beste Arbeit erklärt, spürt Gray einen neuen Wunsch in seinem Herzen: Das doch das Bild anstelle von ihm altern würde und er für immer in seiner Blüte der Jugendlichkeit bleiben könne.

Ein bisschen erinnert das ganze an Faust: Ein Wesen, in diesem Fall Lord Henry, fungiert in der Rolle des Mephistopheles: Er probiert seinen Einfluss an einem Menschen aus, in dem er ihn mit Aphorismen, Sprüche und Träumen füttert und sein Herz ins Unglück und Verderben reißt – zumindest mehr oder minder übertragen. Den junge Dorian lernen wir als eine komplett unverdorbene und zarte Seele kennen und nach und nach wird der Einfluss Henrys deutlicher: Als erstes natürlich in der plötzlichen Anwandlung, seiner eignen Schönheit bewusst geworden zu sein – und später immer mehr und mehr vom Leben genießen zu wollen, koste es, was es wolle.

Die Moral spielt hier eine besonders schöne Rolle: Der Dandy Lord Henry und sein Malerfreund Basil Hallward fungieren wie Teufel und (mehr oder minder) Engel auf den Schultern Dorians, nur dass letzterer die Gefahr, die von Henry ausgeht und die ganze Manipulation als Erkenntnis wahrnimmt und dafür Basil verdammt – die Rollen also umgedreht. Und tatsächlich nehmen Lord Henry pseudophilosphische Monologe einen enorm großen Teil des Romans ein: Man müsse Versuchungen stets nachgehen, Affären führen und Frauen würden schließlich eine Liebelei durch ihren Versuch, etwas unendlich machen zu wollen stets verderben – um ein paar Beispiele zu nennen. So wirklich sympathisieren kann man mit keinem in diesem Roman – der Lesende hat vielmehr eine beobachtende Rolle und vielleicht auch die desjenigen, der moralisch gebildet werden soll.

Mit ausgeklügelten Sarkasmus, symbolischem Zynismus und einer herrlich blumigen Sprache schafft Wilde einen zu schockieren – und zu begeistern! Einerseits ist es amüsant Henrys überhebliche Einstellungen zu lesen, doch langsam lernt man als Leser die Gefahr. Sowohl inhaltlich als auch sprachlich ist dieser Roman ein Genuss – alleridngs ein sehr düsterer und teils auch abartiger.

Zum guter letzt möchte ich etwas nennen, was mir durchgehend aufgefallen ist, mich nicht gestört hat, aber zur Recherche verleitet hat. Wilde ist heute relativ bekannt für seine Homosexualität, die für ihn das große literarische Aus bedeutet hat. Nun gibt es einige Stellen in den Roman, wo die drei wichtigen Männer (Basil Hallward, Lord Henry, Dorian Gray) miteinander diskutieren und für mein modernes Verständnis hatte ihre Art sich zu Necken etwas beinahe schon homoerotisches, weil es mich an Flirten erinnert hat – was eigentlich amüsant war, aber vor allem sehr speziell. Wahrscheinlich ist dies ein gewisser Spiel- und Freiraum für Ideen und Interpretationen, den uns Wilde hinterlassen hat, wichtig ist nur, das es den Roman einen besonderen Schliff gibt.

THE VERDICT: Zweifelsohne wird von nun an „Das Bildnis des Dorian Gray“ zu einem meiner liebten Klassiker gehören. Ein hervorragendes, mitreißendes und sehr clever geschriebenes Stück Weltliteratur, das ich jedem ans Herz legen kann. 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

Schwarzes Café

Wo? Kantstraße 148, 10623 Berlin
Wann? 24/7
Was? Drinks, Heißgetränke und Sandwiches
Preise? Moderat, Cocktails etwas gehobener
Zahlen? Bares ist wahres
Webseite:schwarzescafe-berlin.de

Wenn man von angesagten und tollen Bars oder Cafés redet, fällt häufig der Name des Schwarzen Cafés – diesem Hype wollte ich auf den Grund gehen.

Das Schwarze Café versucht überall düster und extravagant zu sein – leider auch auf den Toiletten. Denn auch wenn ich das Schwarze ab und zu besuche, versuche in den Gang zu vermeiden. Mir graust jetzt schon davor… Gut, das Ambiente mutet modern an, aber dass es ein Fensterchen zwischen den Toilettenkabinen gibt, um seiner Nachbarin zuzuschauen oder das die Türen einen Handbreiten Spalt an beiden Ende aufweisen, so dass man auch in die Kabine von außen reinschauen kann, wenn einem das beliebt, finde ich absolut grässlich – mal abgesehen davon, dass es nicht besonders sauber war.

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Die Besucherzahlen schwanken dadurch, dass das Cafe 24/7 auf hat, lockt es spät nachts beziehungsweise morgens die Gestalten an, die noch in aller frühe alkoholisches konsumieren wollen. Das Café ist selten leer, meistens sehr oder auch sehr sehr gut besucht und besonders wenn man mehr als 3 Personen ist, bietet es sich an, vorher zu reservieren.

Zum Service: Manchmal wartet man lang, obwohl nicht viel los ist, manchmal hat man eine sehr unfreundliche Bedienung, manchmal geht es recht schnell und recht freundlich. Es ist aber generell eher kühl und unpersönlich, was man eher von einer Kette kennt – oder einem Laden, dem seine Coolness ein bisschen zu Kopf gestiegen ist.

Die Getränke jedoch (und der Grund, weshalb man dort hingeht) besonders die heiße Schokolade und die Cocktails  sind gut, aber im Vergleich zu anderen preislich ähnlichen Bars nichts besonderes. Man zahlt auch für den Namen, die Lokation und den Ruf des Schwarzen Cafes. Natürlich, es ist beliebt (und oft unter den Top Bars in Berlin zu finden) und praktisch neben dem Zoo hervorragend zu erreichen und noch immer günstiger, als andere beliebte Bars in dieser Gegend, aber ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mir ein bisschen überzogen.
Drei Euro für eine Heiße Schokolade, die man in wenigen Schlücken wegtrinkt und zur Hälfte aus Sahne besteht? Vielleicht bin ich ein knauseriger Student, aber wenn man bessere Orte kennt, muss man, finde ich, Punkte abziehen statt sich vom Glanz blenden zu lassen. Ein gutes Beispiel ist für mich „An einem Sonntag im August„, welches ähnliche Preise hat, aber viel angenehmere Bedienung, tolles Ambiente und qualitativ hochwertigere Getränke.

Zugegebenerweise, es ist ein guter Ort, um Sonntag-Abend in der Innenstadt bzw dem westlicheren Berlin etwas trinke zu gehen und die Auswahl ist auch sehr anständig. Aber es zieht mich dennoch nicht dahin. Ich erkenne nicht das besondere und außergewöhnliche, was man diesem Laden nachsagt – leider. Man kann hingehen, muss aber nicht. Es gibt ruhigere Cafes und Bars, wo man sich nicht anschreien muss und trotzdem gut trinken kann.

THE VERDICT: Ein solider Ort, um etwas trinken zu gehen mit guter Auswahl bei etwas erhöhten Preisen und einer sehr verstörenden Toilette. Das Ambiente ist namensgebend schwarz. Den Anreiz bieten die Öffnungszeiten, aber bei weitem kein herausragender Ort. 6 von 10 Sternen.

Love, Katha

The Prisoner of Zenda

Autor: Anthony Hope
OT: The Prisoner of Zenda
Genre: Abenteuerroman
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1894
Verlag: Collins Classics
Preis: 2.99 AUD
ISBN: 978-0-00-792533-9
Länge: 224 Seiten

Als Rudolf Rassendyll, ein rothaariger Engländer, zur Krönung des neuen Königs nach Ruritania fährt, ahnt er nicht, was ihm dort blühen wird. Durch Zufall begegnet er auf einer Wanderung dem zukünftigen König und seinen getreuen und sie beschließen, weil Rudolf und der König sich fast wie Zwillinge gleichen, zusammen etwas zu feiern. Als jedoch der König am nächsten Morgen mit Vergiftungserscheinungen aufwacht, bitten die Bediensteten Rudolf doch während der Krönung den König zu spielen. Er lässt sich drauf ein und es folgt ein flottes Abenteuer.

Die Briten haben ein herrliches Wort um die Grundstimmung dieses Buchs einzufangen: swashbuckling (dt.: heroisch, abenteuerlich, ritterlich, brisant).

Den erfundenen Staat Ruritania kann man sich deutschsprachig vorstellen, aber da Teile in Dresden spielen, ist es irgendwie auch nicht Deutschland. Ich denke, es ist eine entweder Österreich, die Schweiz oder Luxemburg.

Diese abenteuerliche Geschichte ist von der Idee sicherlich die neuste, aber wie sie hier umgesetzt wird, ist mitreißend, spannend und rührt in manchen Momenten auch das Herz! Es geht hier um ritterliche Ideale, Loyalität und die Bewahrung von Ehre – das Gute muss über das Böse siegen. Zwei Männer die sich gleichen und Rollen tauschen – das kennt man auch sicherlich schon von wo anders. Doch auch, wenn die Idee so altmodisch und vielleicht auch übertrieben und ein bisschen lächerlich wirkt, die Charaktere sind das Herz dieser Geschichte: Rudolf, der von einem gelangweilten jungen Engländer zum abenteuerlichen König wird, der für Prinzipien steht, manchmal aber auch seine weiche Seite zeigt. Aber auch die junge Prinzessin Flavia, etwas naiv, aber mit einem großen Herzen und beeindruckender Eleganz. Sie sind Helden, die auch die Tugenden einer Periode wiederspiegeln.

Dadurch, dass das Buch nicht besonders lang ist, geht es stets flott voran, die Geschichte ist schnell und reißt einen richtig mit.

Zu guter letzt muss ich sagen, dass dies mein erster Klassiker ist, den ich auf Englisch lese und auch, wenn dieses Buch noch vergleichsweise simpel zu manch anderen alten Autoren geschrieben ist, muss ich zugeben, dass ich häufiger als sonst Wörter nachschlagen musste, da ich sonst nicht die wichtigen Feinheiten verstanden hätte. Das Interessante ist nämlich, dass man das Buch als Spaß-Abenteuer-Roman vor allem in jungen Jahren lesen kann (es ist zweifelsohne auch für jüngeres Publikum geeignet), aber man auch die Seiten des viktorianischen Zeitalters erkennt, mit Macken, etwas Sexismus und einer gewissen altmodischen Haltung. So ist es nicht nur ein Abenteuerroman, sondern enthält gesellschaftskritische, sarkastische Andeutungen, wenn man genauer hinschaut, was manchmal für jemanden, der nicht Muttersprachler ist, schwieriger sein kann.

THE VERDICT: Ein solider Abenteuerroman, der verdammt Spaß macht zu lesen, manchmal sehr klischeehaft ist und für alte, ritterliche Ideale einsteht. Sehr gute 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

100 Bücher, die ich lesen möchte

Inspiriert von Elenas Beitrag vom Blog Emerald Notes, habe ich beschlossen eine Liste mit 100 Büchern, die mich sehr interessieren und ich unbedingt lesen möchte, zu erstellen. Eigentlich hatte dieser Liste schon Anfang dieses Jahres ein zu Hause in meinem Bullet Journal gegeben, aber ich dachte, es wird mal Zeit die zu veröffentlichen und mit meinen Lesern zu teilen – vielleicht hat es einen fördernden Effekt?

Ich habe in den vergangenen Jahren dank Schule und einfach aus Neugier einige Klassiker der deutschen und englischen Literatur schon gelesen, aber manches auch noch nicht geschafft. Sicherlich werden sich einige wundern, wie ich es bisher nicht geschafft haben kann dieses eine besonders großartige Buch zu lesen oder weshalb andere wichtige Klassiker hier nicht vorhanden sind – manche habe ich bereits gelesen, andere interessieren mich einfach nicht. Ich bitte in dieser Hinsicht einfach um Nachsicht – jeder hat einen anderen Geschmack und hier ist eine kleine Auswahl meiner Ideen.

Ich werde diese Liste regelmäßig updaten und freue mich natürlich auch schon auf Kommentare, Anregungen und weitere Leseideen von unvergesslichen, wichtigen und berührenden Büchern.

Aber nun zur Liste!

  1.  1984 – George Orwell
  2.  20.000 Meilen unter dem Meer – Jules Verne
  3. Abbitte – Ian McEwan
  4. Agnes Grey – Anne Brontë
  5. Alles Licht, das wir nicht sehen – Anthony Doerr
  6. Anna Karenina – Leo Tolstoi
  7. Anne auf Green Gables – Lucy Maud Montgomery
  8. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Marcel Proust
  9. Auf verschlungenen Pfaden – Thomas Hardy
  10. Aus dem Leben eines Taugenichts – Joseph von Eichendorff
  11. Bildnis einer Dame – Henry James
  12. Bleak House – Charles Dickens
  13. Candide oder der Optimismus – Voltaire
  14. Cranford –Elizabeth Gaskell
  15. Das Bildnis des Dorian Gray – Oscar Wilde (Rezension)
  16. Das Herz ist ein einsamer Jäger – Carson McCullers
  17. Das Phantom der Oper – Gaston Leroux
  18. David Copperfield – Charles Dickens
  19. Der Alchimist – Paulo Coelho
  20. Der alte Mann und das Meer – Ernest Hemingway
  21. Der Besuch der alten Dame – Friedrich Dürrenmatt
  22.  Der Gefangene von Zenda – Anthony Hope (Rezension)
  23. Der Gesang vom großen Feuer – Sebastian Faulks
  24. Der Glöckner von Notre Dame – Victor Hugo
  25. Der Graf von Monte Christo – Alexandre Dumas
  26. Der große Gatsby – F. Scott Fitzgerald
  27. Der Herr der Ringe – J. R.R. Tolkien
  28. Der letzte Tycoon – F. Scott Fitzgerald
  29. Der Name der Rose – Umberto Eco
  30. Der Prozess – Franz Kafka
  31. Der Schimmelreiter – Theodor Storm
  32. Der Tod in Venedig – Thomas Mann
  33. Der Zauberberg – Thomas Mann
  34. Die Elenden – Victor Hugo
  35. Die Frau in Weiß – Wilkie Collins
  36. Die Herrin von Wildfell Hall – Anne Brontë
  37. Die Kameliendame – Alexandre Dumas
  38. Die Pickwicker – Charles Dickens
  39. Die Räuber – Friedrich Schiller
  40. Die rote Postkutsche – Gyula Krudy
  41. Die Schachnovelle – Stefan Zweig
  42. Die Sterne von Eger – Géza Gárdonyi
  43. Die unendliche Geschichte – Michael Ende
  44. Die Zeitmaschine – H. G. Wells
  45. Dracula – Bram Stoker
  46. Eine Geschichte zweiter Städte – Charles Dickens
  47. Eine Passage nach Indien – E.M. Forster
  48. Emma – Jane Austen
  49. Entweder – Oder – Sören Kierkegaard
  50. Evelina – Fanny Burney
  51. Frankenstein – Mary Shelly
  52. Gottes Werk und Teufels Beitrag – John Irving
  53. Hamlet – William Shakespeare
  54. Harte Zeiten – Charles Dickens
  55. Heidi – Johanna Spyri
  56. Herz der Finsternis – Joseph Conrad
  57. Im Westen nichts Neues – Erich Maria Remarque
  58. Irrungen, Wirrungen – Theodor Fontane
  59. Ivanhoe – Sir Walter Scott
  60. Jenseits von Eden – John Steinbeck
  61. Klein Dorrit – Charles Dickens
  62. Krieg und Frieden – Leo Tolstoi
  63. Lady Audleys Geheimnis – Mary Elizabeth Braddon
  64. Little Women – Louisa May Alcott
  65. Mansfield Park – Jane Austen
  66.  Maria Stuart – Stefan Zweig   (Rezension)
  67. Middlemarch – George Elliot
  68. Mrs Dalloway – Virginia Woolf
  69. Narziss und Goldmund – Hermann Hesse
  70. Nicholas Nickleby – Charles Dickens
  71. Norden und Süden – Elizabeth Gaskell
  72. Northanger Abbey – Jane Austen
  73. Oliver Twist – Charles Dickens
  74. Parade’s End – Ford Madox Ford
  75. Pelle, der Eroberer – Martin Andersen Nexø
  76. Per Anhalter durch die Galaxis – Douglas Adams
  77. Rebecca – Daphne du Maurier (Rezension)
  78. Reise in 80 Tagen um die Welt – Jules Verne
  79. Richard III – William Shakespeare
  80. Romeo und Julia – William Shakespeare
  81. Schöne neue Welt – Aldous Huxley
  82. Siddhartha – Hermann Hesse
  83. Steppenwolf – Hermann Hesse
  84. Stine – Theodor Fontane
  85. Sturmhöhe – Emily Brontë
  86. Tschick – Wolfgang Herrndorf
  87. Tess – Thomas Hardy
  88. Testament of Youth – Vera Brittain
  89. Tom Jones: Die Geschichte eines Findelkindes – Henry Fielding
  90. Ungeduld des Herzens –Stefan Zweig
  91. Verstand und Gefühl – Jane Austen
  92. Viel Lärm um Nichts – William Shakespeare
  93. Vilette – Charlotte Brontë
  94. Wer die Nachtigall stört – Harper Lee
  95. Wiedersehen in Howards End – E.M. Forster
  96. Wiedersehen mit Brideshead – Evelyn Waugh
  97. Wilhelm Tell – Friedrich Schiller
  98. Zärtlich ist die Nacht – F. Scott Fitzgerald
  99. Zeit der Unschuld – Edith Wharton
  100. Zimmer mit Aussicht – E.M. Forster

Aktueller Stand 7/100

Love, Katha

Rebecca

Anlässlich meines 3 jährigen Blog-Geburtstages (Himmel, wie die Zeit vergeht!) möchte ich gerne ein Buch vorstellen, dass ich kürzlich gelesen und genossen habe: Rebecca von Daphne du Maurier –  ein modernen Klassiker.

Autor: Daphne du Maurier
OT: Rebecca
DT: Rebecca
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1938
Verlag: Knaur Verlag
ISBN: 3-426-60542-2 (Ausgabe 1996)
Länge: 397 Seiten

Unsere junge Protagonistin, deren Name über die Geschichte nie bekannt wird, lebt mit einer schrecklichen älteren Dame in einem Hotel in Monte Carlo als ihre Gesellschafterin. Alles ändert sich jedoch, als Maxim de Winter, ein 40 jähriger Witwer, dort eintrifft und sich die junge Frau und er rasch verlieben und er sie binnen weniger Tage fragt, ob sie ihn heiraten will. Nach einer kurzen Hochzeitsreise nimmt er sie mit auf sein englisches Anwesen Manderley, doch schnell wird klar, dass seine unter mysteriösen Umständen Verstorbene Frau Rebecca noch immer im Haus präsent ist.

Die Schriftstellerin, die vielleicht einige von uns in Hitchcocks Klassiker „Die Vögel“ das Staunen und Gruseln gelehrt hat, beweist in „Rebecca“ hohes schriftstellerisches Können, nicht nur schafft sie es, die Protagonistin nach und nach komplett paranoid zu machen, sondern man selbst weiß nicht, wem oder was man trauen kann. Dabei ist die Protagonistin eine zarte und sehr schüchterne junge Frau (und manchmal leider, auf Grund mangelnder Lebenserfahrung, mangelndem Selbstbewusstsein und Einschüchterung ein bisschen eine „dumme Gans“), deren Charakter sich überzeugend mitentwickelt und man meist gut mit ihr sympathisieren kann, aber auch teils etwas genervt ist, in diesem unheimlichen Haushalt.

Der Haushalt mit seinen vielen kleinen Nebenrollen ist mit mindestens genausoviel Liebe zum Detail von Maurier geschrieben und gezeichnet worden, was dem ganzen Buch eine unglaubliche Überzeugungskraft, psychologische Gerissenheit und Lebendigkeit gibt.

Dieser Roman ist ein wenig wie die gefürchtete Schatulle der Pandora: Erst einmal geöffnet, ist der weitere Verlauf unaufhaltsam und man liest eine Seite nach der anderen und hat stets das Schlimmste zu befürchten. Ohne Spoilern zu wollen: Dieser Roman lebt förmlich von seinen Drehungen und Wendungen, die einen teils eiskalt erwischen. Spannend wie ein Thriller und geistreich wie ein Klassiker mit einigen Zügen einer Romanze. Es ist wirklich schön, wie mehrere Genres in „Rebecca“ aufeinandertreffen, jedoch muss ich gestehen, dass der romantische Teil ein wenig dünn war.

Bei längerem Überlegen fiel mir allerdings auch auf, dass mir das alte unheimliche Haus, die verstorbene Frau, die aber noch immer präsent ist und das junge, zarte Mädchen bekannt vor kamen – auch Charlotte Brontës Meisterwerk „Jane Eyre“ . Knapp gesagt, könnte man meinen „Rebecca“ sei eine deutlich gruseliger und dafür weniger romantische Version einer ähnlichen Grundidee. Vom Lesegefühl, Schreibstil und der Persönlichkeiten der Hauptfiguren sind die beiden Geschichten jedoch Grundverschieden und auf jeden Fall lebenswert.
Natürlich schwingt hier eine wichtige Frage mit: Welches der Bücher gefällt mir besser? Es fällt mir nicht schwer mich zu positionieren: Jane Eyre glänzt durch angenehmere Charaktere und statt Grusel berührt es tief im Herzen.

Meine Empfehlung: Wer nicht wirklich weiß, wovon Rebecca handelt, den Film oder das Musical noch nicht gesehen hat – Hände weg, lasst euch überraschen!

Als einen kleinen Nachteil empfand ich das Ende, welches ich nicht inhaltlich erwähnen werde, um spoilerfei zu bleiben, welches meines Erachtens nach sehr abrupt und plötzlich kam, denn auch ein offenes Ende muss nicht so wortkarg geschrieben werden, um offen zu bleiben.

THE VERDICT: Ein extrem spannendes, unheimliches Buch, welches mit seiner Unberechenbarkeit einen sofort in einen Sog zieht. Eine literarisch-psychologischer Hochgenuss, den ich nur empfehlen kann! Einen kleinen Abzug gibt es, da mich der romantische Teil nicht vollständig überzeugen konnte. 9 von 10 Sternen

Love, Katha

Café Anna Blume

Wo? Kollwitzstraße 83, 10435 Berlin
Wann? Mo-So, 8-22 Uhr
Was? Kafffee, Kuchen, Brunch und nebenan Blumen
Preise?  Etwas gehoben
Zahlen? Bar und mit Karte
Webseite: cafe-anna-blume.de

Ein großes und belebtes Café voll Blumen und die Wände hier sind bemalt mit Jugendstil-Motiven. Diese Oase in Prenzlauer Berg ist ein Ort, wo man sich hervorragend den Bauch vollschlagen kann, so toll, dass aber auch unglaublich viele andere Menschen davon wissen und es meistens brechend voll ist (besonders Brunch am Wochenende, da darf man auch gerne mal anstehen). Ich mag dieses Café wirklich gern, weshalb ich es auch hier vorstellen möchte, aber manchmal ist es einfach schade, dass es so „gehyped“ wird und man nicht in Ruhe seine Torte genießen kann. Aber ich denke auch, dass das sehr abhängig vom Wochentag und der Uhrzeit ist.

Dennoch muss ich trotz Wartens gestehen, das Brunchen lohnt sich! Die sogenannte „Étagère“ bietet dabei das Kronjuwel des Cafés – und das wahrlich nicht ohne Grund: diese Platte aus Käse, Obst, Gemüse, Wurst, Fisch und Fleisch ist nicht nur verdammt lecker, sondern macht wirklich satt. Selbst wenn man zu zweit ausgehungert dahin geht mit gutem Hunger, bekommt man nimmer nicht alles runter, so rechnet sich, vor allem wenn man sie sich zu zweit oder zu dritt teilt, die Étagère für rund 20 Euro. Trotzdem ist es natürlich mehr ein Ausnahme-Frühstück und ohne jeden Zweifel verlässt man diesen Laden meist, indem man ein bisschen mehr dort gelassen hat, als man wollte. Anna Blume ist für mich ein besonderes Café, wo ich dann und wann gerne vorbeischaue – aber keins für mehrmals die Woche besuche oder einen soliden Kaffee zum Mitnehmen.

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Apropos satt, selbiges gilt für die köstlichen Kuchen und Torten. Die deftigen Preise rechtfertigen sich nicht nur durch den Geschmack, sondern dass man nach einem Stück schlichtweg pappsatt und zufrieden ist! Doch auch an anderen Orten wie der Kaffeerösterei Pakolat in der Nähe und dem Spandauer Kaffee 26 kann man hervorragende, leckere Kuchen und Torten bekommen zu teils günstereen Preisen und deshlab muss ich hier ein bisschen etwas abziehen, weil ich auch Alternativen kennen, die mich mehr überzeugen.

THE VERDICT: Das wunderschöne Café wird seinem Ruf gerecht und lockt nicht ohne Grund: Eine angenehme Atmosphäre und hervorragendes Brunch, tolle qualitativ hochwertige Torten  und leckere Getränke. Nur ist leider oft voll, aber das Warten auf einen Platz lohnt sich definitiv! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

 

Charlotte – Leben? Oder Theater?

Autor: David Foenkinos
OT: Charlotte
DT: Charlotte
Genre: Biografie
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2014, Frankreich
Verlag: Penguin Verlag
Preis: 10 Euro
ISBN: 978-3-328-10022-5
Länge: 237 Seiten

Biografie über das kurze Leben der Berliner Künstlerin Charlotte Salomon (1917-1943)

Charlotte hatte kein leichtes Leben – stets vom Tode überschattet verliert sie ihre Mutter sehr früh. Doch erst spät wird sie erfahren, dass es ein Selbstmord war. In Zeiten, wo sich der kommende Nationalsozialismus mehr und mehr andeutet, spürt Charlotte nach und nach schließlich das Bedürfnis Künstlerin zu werden und schafft es, obwohl nur eine Hand voll Juden an der Universität angenommen werden dürfen, ihre Leidenschaft zu studieren. Dort, unter Künstlern und Musikern, lernt sie bald einen Mann kennen, der etwas zuvor unbekanntes in ihr regt.

Ich gebe zu, ich kannte Charlotte Salomon zuvor nicht, doch der französische Autor Foenkinos hat es geschafft, mich mit seiner Begeisterung anzustecken.

Zunächst sei gesagt: Dieses Buch liest sich ganz besonders. Aufgebaut wie ein Gedicht, beim kurzen Blick über die Seiten glaubt man, es sei in Versen – doch halt, er schreibt in kurzen, prägnanten Parataxen. Im Zuge des Lesens begründet Foenkinos auch seine Entscheidung diese Biografie auf so außergewöhnliche Weise zu verfassen. Was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist, entpuppt sich schnell als sicheres Stilmittel, Dinge klar auf den Punkt zu bringen, schmerzhafte Worte direkt auszusprechen und mitten ins Herz zu treffen. Schon mit dieser Besonderheit zog mich das Buch an, doch der Inhalt schlägt wie eine Bombe zu.

Charlottes trauriges Schicksal, vom schrecklichen Tod ihrer Mutter, über die heimliche Liebe und das bittere Exil in Frankreich, zu ihrem größten künstlerischen Erfolg, und letztendlich ihrem grausamen Tod in Auschwitz. Keine leichte, aber unglaublich bewegende Lektüre. Nun stellt sich eine wichtige Frage: Ist es Charlottes Biografie, die einen schon bewegt, wenn man sie kurz googelt, oder ist es tatsächlich Foenkinos, der einen das Herz aus dem Leibe reißt?

Natürlich ist es auch die Biografie, aber die spezielle Weise, sich Charlotte zu nähern und sich ihr nah zu fühlen, macht das Buch so lesenswert. So beschreibt Foenkinos in seinen knappen prosaischen Versen nicht nur Charlottes Interaktionen, sondern auch, wie er ihrem Weg folgt – nach Berlin und Frankreich, wie er sie kennengelernt hat. Hie eine Brise Humor, da großer Herzschmerz. Das Buch „Charlotte“ strotzt vor Leben und fasziniert, ja brachte mein Herz zum Klopfen, so dass ich dieses kurze (aber nicht zu kurze!) Büchlein in einer Nacht durchlas.

Wer sich dieses wortstarke, aber auch schmerzhafte Buch zu Gemüte ziehen will, dem empfehle ich, vorher einen Blick in den Zyklus „Leben? Oder Theater?“ zu werfen, in dem sie mit musikalischen, prosaischen und vor allem malerischen Elementen ihr Leben dokumentiert. Leider liegt hier meines Erachtens nach auch die Schwäche in der Biografie: Die Malerei, die besonderen künstlerischen Charakteristika ihrer Werke bleiben unbekannt – so viel, wie von „Leben? Oder Theater?“ gesprochen wird, so wenig erfährt man eigentlich über die Technik, über Themen und Motive. Ich hätte gerne mehr über die Künstlerin Charlotte erfahren, wo ich nun so viel zum Menschen kenne – natürlich kann man das nicht ganz trennen, aber ein bisschen Tiefe in diesem Aspekt hätte dem Buch noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt.

Zu guter letzt das Cover: Eine Teilabbildung von Charlottes Selbstporträt, sie blickt zur Seite, aber nur fast, aus den Winkel ihrer Augen starrt sie einen geheimnisvoll an: Wer ist diese Frau? Schlicht, effektiv und passend.

Ein großes Dankeschön an den Penguin Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

THE VERDICT: Wie ein Stoß direkt in mein Herz und meine Faszination traf mich David Foenkinos Biografie zu Charlotte Salomon. Sprachlich sehr schlicht und trotzdem ergreifend geschrieben, geht man mit Charlotte auf eine schrecklich traurige, aber auch insprierende Lebensreise. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha